Into the Wild – 12 Tage Winter Solo Trip im Südwesten

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      Ilona schrieb:

      lunchen schrieb:

      Was würden die Leute im Bericht sagen?!
      :lol: Seit wann gibst du was auf das Geschwätz der Leute!?

      lunchen schrieb:

      Übrigens: Der Schrittzähler von heute!
      Wow, sensationell und ich bin sowieso schon beeindruckt :exzellent: .

      War auch eher gegenteilig gemeint. Ich wäre eher gespannt gewesen, wie heftig die Reaktionen geworden wären :D

      RoBald schrieb:

      sehr cooler, toller Tag.

      Absolut :)

      stefandbeyer schrieb:

      Wenn ich Deinem Bericht so lese, muss ich zwei Sachen für mich feststellen:

      1. wenn ich nochmal ins Death Valley komme (was ursprünglich ausschließlich wegen dem Racetrack passiert wäre), muss ich wohl noch etwas zusätzliche Zeit einplanen, um die tollen Hikes dort zu machen.

      2. wenn ich Deinen Bericht aus dem Zion lese, merke ich, dass mir da 2013 wohl Einiges entgangen ist. Ich fand's dort damals nämlich nur so naja. Lag aber wohl daran, dass ich nur das 08/15 Touri-Programm gemacht habe und keinen längeren Hike gegangen bin.

      USA im Winter wäre da natürlich auch so eine Idee. Kann mir vorstellen, dass es im Dezember/Januar auch im Arches und im Canyonlands schön ist. Ohne die Menschenmassen...

      1. Freut mich, dass ich dir den Park ein wenig näher bringen konnte. Nach meinem Besuch fand ich es schade, dass so viele Leute ihn so unterschätzen. Das ging mir selbst ja vorher auch so.

      2. Im Zion muss man wandern wenn man seine ganze Schönheit erleben will. Versuch es nochmal :) Was ist denn das Standard Touri Programm ohne Hikes im Zion?

      usaletsgo schrieb:

      Klasse Tag - finde ich ziemlich cool!

      Der Schrittzähler hat auch was. :super:

      Super, freut mich das es dir gefällt :)

      Bosley schrieb:

      stefandbeyer schrieb:

      2. wenn ich Deinen Bericht aus dem Zion lese, merke ich, dass mir da 2013 wohl Einiges entgangen ist. Ich fand's dort damals nämlich nur so naja. Lag aber wohl daran, dass ich nur das 08/15 Touri-Programm gemacht habe und keinen längeren Hike gegangen bin.
      Der Zion muss erwandert werden. Ansonsten sieht es nur schön aus. Gilt übrigens ebenfalls für Capitol Reef NP und z.B. an der Ostküste für den Acadia NP

      Da hast du vollkommen recht. Ohne Wandern geht im Zion nicht viel, zumindest im Canyon. Der Mt. Carmel Highway ist natürlich auch zum Durchfahren total toll. Auf den Capitol Reef bin ich mal sehr gespannt, der hat mich auf Bildern auch noch nie geflashed... Vielleicht ist das live und mit Wandern anders.
    • Tag 9 (10.12.2017): Red Cliffs - Waterfall Trail Teil 1

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      Heute morgen komme ich ein bisschen schwerer in Gang als bisher, aber das ist nach dem gestrigen Tag auch kein Wunder und der Husten hat sich auch verschlimmert. Ich bleibe eine halbe Stunde länger liegen und gehe um kurz vor 7 Uhr erstmal zum Frühstück. Dann war ich wenigstens an zwei von vier Tagen da, ist ja schließlich bezahlt.



      Ich schaufel mir ein paar Portionen Bacon mit Rührei rein (Ich liebe Bacon! Aber nur wenn er wirklich komplett knusprig ist) und gehe danach wieder auf's Zimmer - Koffer packen ist angesagt und nach vier Nächten habe ich mich ganz schön ausgebreitet. Heute geht es zurück in die Zivilisation, aber das hat noch etwas Zeit! Eigentlich war der Plan für heute erst in den Snow Canyon zu fahren und dann ins Valley of Fire... Aber es kommt ein bisschen anders, denn ich entscheide spontan zuerst mal zu den Red Cliffs bei St. George zu fahren, dann in den Snow Canyon und dann mal sehen wie spät es ist. Die Bilder vom Wasserfall haben mir schon immer gefallen und im Sommer soll es dort richtig überfüllt sein.

      Ich schaffe es mein Gepäck so zu komprimieren, dass ich nur einmal gehen muss, checke aus und sitze um 8:15 Uhr im Auto... So spät bin ich die ganze Reise noch nicht losgekommen, aber heute tut das mal gut.

      Die Fahrt zu den Red Cliffs dauert nur eine halbe Stunde und hier gilt der Annual Pass.



      Am Ende der Straße erreicht man einen kleinen Loop, der gleichzeitig die einzigen Parkplätze des Parks beinhaltet, als auch den Campingplatz. Zu meiner Überraschung ist der Campingplatz sehr gut gefüllt und auch um die Uhrzeit ziemlich belebt. Überall duftet es nach frischem Bacon und die Familien versammeln sich zum Frühstück im Freien. Mit Jacken! Es ist angenehm heute, aber halt immer noch Winter.

      Auf dem Parkplatz für Tagesgäste stehe ich als Einzige und beginne den Waterfall Trail um genau 9 Uhr.



      Jetzt passiert mir etwas richtig dämliches. Ich kann keine Trail Markierung erkennen und es sind einfach überall Fußspuren, in alle Himmelsrichtungen. Ich kletter auf allen möglichen Felsen herum und lande in einer Sackgasse in der anderen - nach nicht einmal 5 Metern Trail. So dämlich kann man doch nicht sein?!



      Plötzlich finde ich den richtigen Weg und muss laut lachen. Ich hätte mal wieder einfach nur geradeaus gehen müssen und wäre automatisch auf dem Pfad gelandet. Aber nein, ich muss ja erstmal wieder die kompliziertesten Wege ausprobieren. Es ist mal wieder wunderschön hier!





      Nach kurzer Zeit treffe ich auf einen kleinen Bachlauf, dem ich ab jetzt folgen muss. Hier fließt aber kein Wasser, denn - wie es im Dezember schon mal vorkommen kann - es ist alles dünn gefroren. Ein Bild, das man im Südwesten wohl nicht allzu oft hat.



      Ich hole einen Vater mit seinen zwei kleinen Kindern ein. Andererseits bin ich froh, dass so wenig hier los ist, aber die beiden Kids machen Lärm für 20 Leute. Ich lass mich ein bisschen zurückfallen und gebe der Familie einen Vorsprung.



      An dieser Stelle ist das Wasser nun nicht mehr gefroren und der Trail folgt idyllisch dem Bachlauf. Mit Laub an den Bäumen wäre es hier mit Sicherheit sogar noch schöner!



      Den ersten Wasserfall erreiche ich um 9:25 Uhr, doch der Trail ist hier nicht zuende.



      Irgendwie muss ich aber an diesem Wasserfall jetzt vorbei kommen, aber einen direkten Weg gibt es nicht. Ich gehe mal in die Richtung, in die auch der Vater mit den beiden Kindern grad verschwunden ist und ich finde eine schmale Spalte, die man hochklettern kann. Puh, ganz schön eng und abenteuerlich... Hier muss man nicht durch, aber das stelle ich erst auf dem Rückweg fest.

    • Tag 9 (10.12.2017): Red Cliffs - Waterfall Trail Teil 2

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      Mit ein paar kleineren Abschürfungen komme ich oben an und kann jetzt auf den Wasserfall mit dem kleinen Teich hinabblicken.



      Der Bach wird breiter und der Trail immer schöner und interessanter. Ich habe bisher nicht viele Bilder gesehen und alle waren vom Wasserfall, also dem Ziel der Wanderung. Der Trail selbst überrascht mich dadurch extrem positiv, ich hätte nicht gedacht, dass es so schön ist!





      Um 9:35 Uhr erreiche ich dann den "richtigen" Wasserfall und somit das offizielle Ende vom Trail. Bis hier hin muss man den Bach einige Male durchqueren, was bei dem geringen Wasserstand aber kein Problem ist.



      Wie gesagt, offiziell endet der Trail hier, man kann aber noch weiter gehen wenn man den Wasserfall von oben erkunden möchte. Dazu sind das Seil und die Stufen im Fels jedenfalls gedacht. Ich denke kurz darüber nach, entscheide mich dann aber dagegen. Zum einen ist meine Schuhsohle auf dem Sandstein extrem rutschig durch die vielen Wasser Durchquerungen und zum anderen ist mir das mit der Kamera zu gefährlich. Ein falscher Tritt, einmal ausrutschen und man landet mit dem Hintern im Wasser, dazu habe ich heute keine Lust und kehre hier um.





      Gegen 10 Uhr bin ich zurück am Auto und war genau eine Stunde unterwegs. Der Trail hat mir überraschend und extrem gut gefallen! Inzwischen ist es auch warm genug um die Jacke auszuziehen und so mache ich mich bei bester Laune und Sonnenschein auf den Weg zum Snow Canyon State Park. Was ich da machen werde?! Keine Ahnung. Mal sehen!
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      lunchen schrieb:

      Zum einen ist meine Schuhsohle auf dem Sandstein extrem rutschig durch die vielen Wasser Durchquerungen und zum anderen ist mir das mit der Kamera zu gefährlich. Ein falscher Tritt, einmal ausrutschen und man landet mit dem Hintern im Wasser
      Vor allem ist das Wasserloch ziemlich tief. Da wäre nicht nur der Hintern ins Wasser gefallen und die Camera auch futsch.
      Liebe Grüße

      Ilona

      "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)

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      Ich will ja jetzt nicht, dass du dir in den Hintern beißt, aber so wirklich schlimm ist es nicht nach oben zu klettern. Durch das Seil und die Stufen ist das kein großes Problem. Wir haben uns damals aber auch aufgeteilt und ich bin alleine hoch, zunächst auch ohne Kamera.

      Oben ist der Canyon dann so ähnlich wie unten aber viel weiter bin ich auch nicht gekommen weil nach hundert Meternalles voller Wasser war. Die Red Cliffs sind super und eher bei den Einheimischen bekannt. Lohnt sich aber auf jeden Fall.
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      Ilona schrieb:

      lunchen schrieb:

      Zum einen ist meine Schuhsohle auf dem Sandstein extrem rutschig durch die vielen Wasser Durchquerungen und zum anderen ist mir das mit der Kamera zu gefährlich. Ein falscher Tritt, einmal ausrutschen und man landet mit dem Hintern im Wasser
      Vor allem ist das Wasserloch ziemlich tief. Da wäre nicht nur der Hintern ins Wasser gefallen und die Camera auch futsch.

      Glaubt man gar nicht wenn man den flachen Bachlauf sieht. Aber in einem anderen Forum hat grad jemand seine Fotos vom Sommer darunter gepostet und da ist fast alles ausgetrocknet, auch der Wasserfall. Nur das Wasserloch davor war dennoch sehr gut gefüllt.

      Bosley schrieb:

      Ich will ja jetzt nicht, dass du dir in den Hintern beißt, aber so wirklich schlimm ist es nicht nach oben zu klettern. Durch das Seil und die Stufen ist das kein großes Problem. Wir haben uns damals aber auch aufgeteilt und ich bin alleine hoch, zunächst auch ohne Kamera.

      Oben ist der Canyon dann so ähnlich wie unten aber viel weiter bin ich auch nicht gekommen weil nach hundert Meternalles voller Wasser war. Die Red Cliffs sind super und eher bei den Einheimischen bekannt. Lohnt sich aber auf jeden Fall.

      Ja, das denke ich mir. Wahrscheinlich hätte ich es auch hinbekommen, aber mit einer geliehenen Kamera und vollkommen alleine war es mir das Risiko einfach nicht wert in dem Moment. Zumal das Wasser auch eiskalt war, also reinfallen nicht wirklich eine erfrischende Option, wie im Sommer :D
    • Tag 9 (10.12.2017): Snow Canyon SP - Jenny's Canyon

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      Nach 40 Minuten Fahrt erreiche ich den Eingang zum Snow Canyon State Park.




      Das Kassenhäusschen ist nicht besetzt, also fahre ich durch und halte in der Haltebucht dahinter um den Eintritt per Selfpay zu bezahlen. Dafür muss man einige Dinge auf dem Zettel ausfüllen, unter anderem das Autokennzeichen und das heutige Datum. Das gestaltet sich als etwas schwierig, denn der Kugelschreiber, der eigentlich an der Schnur hängen sollte, fehlt. Ich laufe also zurück zum Auto und suche meinen eigenen Stift um alles vernünftig ausfüllen zu können. Während ich damit beschäftigt bin hält ein weiteres Auto hinter mir in der Bucht und ich biete den Insassen meinen Kugelschreiber zum Ausfüllen an. Wollen sie nicht... und fahren einfach so weiter. Ich will gar nicht wissen wie viele Leute ohne zu zahlen unterwegs sind, aber ich habe meine Pflicht erfüllt und muss kein schlechtes Gewissen haben.

      Ich nehme mir noch eine der Parkmaps aus dem Halter und werfe einen schnellen Blick darauf, denn auf den Snow Canyon hatte ich mich nicht vorbereitet. Mein Blick fällt auf den Jenny's Canyon, einer der wenigen Trails hier, von denen ich schon mal gehört habe. Der befindet sich am anderen Ende des kleinen Parks und da fahre ich erstmal hin. Schon die Straße durch den State Park gefällt mir sehr gut.



      Bei dem Trail zu Jenny's Canyon handelt es sich eher um einen sehr kurzen Spaziergang, daher nehme ich nicht wirklich viel mit. Der kleine Parkplatz ist so gut wie voll, doch ich habe Glück und kann mich in die letzte kleine Lücke quetschen.



      Um 11:10 Uhr beginne ich den kleinen Spaziergang zu den gegenüberliegenden Felsen.



      Zwei Kletterer sind hier an den Felsen unterwegs. Es scheint sich um ein Pärchen zu handeln, die Frau klettert, der Mann sichert sie und ich sehe eine kurze Weile dabei zu. Das Mädel scheint sehr frustriert zu sein, denn sie hängt an dieser Stelle fest, rutscht ab und lässt sich danach unter lautem Fluchen abseilen. Es wäre furchtbar und sie würde es einfach nicht schaffen.



      Nach sehr kurzer Zeit erreiche ich eine kleine Kreuzung, links geht es zu Jenny's Canyon und rechts zu Jenny's Overlook. Ich entscheide mich zuerst für den Canyon.



      Was ich dann sehe gefällt mir viel besser als ich erwartet hatte. Bei Jenny's Canyon handelt es sich zwar um einen sehr kurzen, aber auch sehr engen und hohen Slot Canyon. Wirklich sehr schön und beeindruckend, vor allem bei der Kürze des Trails.



      Wieder zurück zur Kreuzung...



      Auch Jenny's Overlook ist nur ein paar Meter entfernt und natürlich gehe ich dort auch noch kurz hin. Da vorne kann man den kleinen Parkplatz erkennen, ihr seht also, es ist wirklich ein Spaziergang.



      Ich gehe zurück...



      ... und bin nach nur 15 Minuten wieder zurück am Auto. Einen leichten Muskelkater merke ich in den Beinen jetzt doch von gestern, aber lange nicht so stark wie ich erwartet hatte. Der Canyon ist wunderschön, aber von einer Wanderung kann man nun wirklich nicht sprechen. Ich setze mich bei geöffneter Tür in's Auto (Die Sonne hat inzwischen wieder gut Kraft) und studiere die Parkmap etwas genauer. Was kommt für mich jetzt noch in Frage?! Ich suche mir passende Sachen raus und lege eine sinnvolle Reihenfolge fest. Der Anfang davon macht ein Trail, dessen Trailhead außerhalb vom Parkeingang liegt - natürlich bei dem Eingang, an dem ich reingefahren bin. Also Kommando zurück und wieder zum Eingang!