Midwest [2022] - Midwestern USA, Oklahoma, New Mexico, Colorado

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    • So ein Meilenschnäppchen der Lufthansa tut gut, aber natürlich bekommt man nichts geschenkt. Die Aufgabe bestand nun darin, den Kurs Richtung USA West zu halten und die Highlights auf der Strecke durch die Staaten des Mittleren Westens mitzunehmen. Das Ganze wird bei 32 beginnen und bei 32 enden. Ich spreche von Grad, denn der erste Tag in Chicago brachte 32 Grad Fahrenheit, was bekanntlich 0 Grad auf unserer hiesigen Skala bedeutet. Am Ende des Urlaubs war die Hitze in Chicago brutal, es hatte erneut 32 Grad, jedoch jetzt Celsius.


      Aber jetzt ab nach Cleveland in Ohio, - mit Sommerreifen durch den Winter! Wir freuen uns endlich wieder hier zu sein und unser Plan für diese 25 Tage ist lang und in der Umsetzung beschwerlich. Wir werden vieles erleben, Schnee, eine Tornadowarnung, nette Städte des Mittleren Westens und anstrengende und schöne Hikes, insbesondere in Oklahoma, New Mexico, Colorado und South Dakota.






      Samstag, 16.04.2022


      Der Tag vor dem Abflug war anfangs etwas sehr aufregend. Zuerst waren wir am Flughafen, um einen PCR-Test zu machen. Der durfte frühestens einen Kalendertag vor dem Abflug durchgeführt werden. Zwei Stunden später konnte abgefragt werden, wie der SarsCoV2-PCR-Test ausgegangen ist. Ich wollte einfach nicht daran denken, dass wir positv sind. Und Gott sei Dank kam es, wie es kommen sollte!

      Wir hatten nun alles in der Hand, um durchzustarten. Negativ-Test, alle Impfunterlagen sowie das Einreiseformular für die USA, das "Combined Passenger Disclosure and Attestation to the United States of America". Übrigens, das USA Disclosure Formular muss man immer mitführen, aber es interessierte keinen! Schwitz!


      Die Lufthansa bot an, die Testergebnisse und die Impfunterlagen elektronisch hochzulanden. Das hat auch wunderbar geklappt. Die Meldung, dass alles ok sei, kam umgehend zurück. Schien mir fast eine elektronische Antwort zu sein. Egal! Einchecken, auf geht's!


      Nach 5 Wochen Fast-Quarantäne, um den Urlaub nicht zu gefährden, waren wir am Abend vor dem Abflug wieder beim Italiener. Schön und gut war's und morgen geht es endlich los!



      Sonntag, 17.04.2022

      Eine kurze Kosten-/Nutzenanalyse ergab, dass es günstiger ist, mit dem eigenen Auto zum Münchner Flughafen zu fahren, um es dort bei einem Parkservice unterzubringen. Jedenfalls war es bequemer und billiger als zwei Taxifahrten. Ich kann den Parkservice Krätschmer empfehlen, wir haben das schon mehrmals praktiziert.


      Und am Flughafen ging alles ganz schnell. Die Schlangen vor der Business-Class waren schlicht und ergreifend nicht vorhanden und schwupp-di-wupp sitzen wir in der Lounge des Satellitenterminals und warten. Es gibt keinen Leberkäs, sondern nur ganz gesundes Zeugs, aber das haben wir zuhause auch :-).


      Vor der Amerika-Kontrolle staut es sich jedoch. Es gibt verschiedene Lanes mit Destinationen. Ganz links die Business-Lane für Chicago, war fast leer. Das ältere Mädel wusste eigentlich nicht so recht, was sie kontrollieren sollte. Sie schien sich auch etwas zu langweilen und auf meine Frage, ob sie nicht die Informationen der hochgeladenen Dokumente hätte, war sie sprachlos. Etwas rumgewurschtelt und dann ab zum Gate. Nach einer halben Stunde begann das Boarding. Es ist auszumachen, dass der A350-800 nicht mehr der Neueste seiner Zunft ist, da die LH-Lackierung noch den alten Kranich darstellt. Egal!


      An Board ist Maskenpflicht, aber einige wenige meinen, dass das für sie nicht gilt. Es scheinen wohl die ehmaligen First-Class Passagiere, eine erste Klasse im A350 gibt es nicht mehr, oder Hon-Circle zu sein, die wohl glauben, dass ihre Welt anders ist. Wir sind auch nicht gierig auf die Masken, aber wenn es eine Regel gibt, gilt sie so lange, bis es eine andere gibt. Und ganz ehrlich, wir finden es nicht angenehm, aber auch nicht schlimm eine Maske zu tragen.

      Mit Tabletten schlafen wir nach dem Express-Menü rund 4 Stunden und nach insgesamt 9 Stunden landen wir auf dem O'Hare International Chicago, Kennung ORD.




      Die Koffer sind gleich da und bei der Imigration geht auch alles ganz fix. Passkontrolle, Foto, Fingerabdrücke, - also wie immer. Auf zu Alamo! Auch hier ist nichts los, wir sind momentan die einzigen, die am Schalter stehen. Mit einem Upgrade für zunächst 48, dann 24 US Dollar pro Tag und am Ende in Summe 500 Dollar haben wir einen Jeep Grand Cherokee bekommen. Baujahr 2021, praktisch neu, etwas demoliert, aber abseits der Lackschäden ein wunderbares und sehr gutes Auto. Ich habe alle Schäden protokollieren lassen, was mir Unverständnis einbrachte. Ich hätte doch Vollkasko? Aber ich zahle nicht die Schäden anderer, die sich diese Versicherung ggfs. sparen! Basta!

      Nach 10 Minuten Fahrt auf der Mannheim Road waren wir im Best Western Franklin Park. Dass es ein B.W. Plus sein soll, erstaunt. Und die Nachbarschaft ist etwas rötlich beleuchtet. Die Nacht war bis 4 Uhr ok. Aber dann schaue ich aus dem Fenster und es ist alles weiß und es schneit immer noch. Die Vorhersage war nicht gut, aber Schnee war keiner dabei.

      Montag, 18.04.2022


      Um 6 Uhr, nachdem die Koffer "wanderurlaubsgerecht" umgepackt sind, geht's los. Wir suchen ein IHOP für die ersten Eier und in Hillside werden wir fündig. Das Frühstück war lecker, der Kaffee war so amerikanisch, wie es die Erinnerung sagt. Dieser Moment signalisiert das Ende einer über zweijährigen Wartezeit. Wir sind zufrieden!


      Auf der Interstate 290 fahren wir ziemlich nah an den Wolkenkratzern vorbei, die jedoch nur halb zu sehen sind. Die Wolken erdrücken die Windy City. Als wir die Interstate 90 erreichen, beginnen die Mautstationen und nach 32 Meilen verlassen wir Illinois und erreichen Indiana, - die "Crossroad of America".


      Je weiter wir nach Osten kommen, umso schlimmer wird das Schneetreiben. Aber der Grand Cherokee pflügt fast stoisch durch die teilweise komplett mit Schnee bedeckte Autobahn. Als wir nach 190 Meilen nach Ohio einfahren sind wir bereits in der Eastern Time Zeitzone. Das heißt zunächst einmal eine Stunde verloren.


      Da das Wetter nicht besser wird, entscheiden wir, den geplanten Hike vor Cleveland ausfallen zu lassen und biegen an die Küste des Lake Michigan ab. In Port Clinton bestücken wir unsere Getränke und Vorräte im Walmart. Zurück auf der I-90 muss ein Tankstopp her. 3,68 US Dollar pro Gallone, billiger als in Deutschland, aber für amerikanische Verhältnisse eine Sauerei! Aber immer noch besser als in Illinois, da haben wir die 5 an erster Stelle des Preisschildes gesehen.




      374 Meilen, 8 Stunden, wir sind in Cleveland und beziehen ein schönes Zimmer im 7. Stock des Indigo Hotels. Als wir nach dem Duschen an der Hotelbar sitzen, ist die Welt wieder etwas mehr in Ordnung. Es regnet! Wir bleiben gleich zum Essen, - die Flasche Bier hat es in Las Vegas vor zwei Jahren zum gleichen Preis gegeben.


      Nach dem Essen hat es tatsächlich aufgehört zu regnen und es klarte auf. Wir wagen einen kleinen Spaziergang, auch, um Cleveland zu fotografieren. Es hat nur 0 Grad Celsius und der Wind macht daraus -10 Grad, aber nur die Harten kommen in den Garten. Also mit Lichtgeschwindigkeit durch die Stadt, - schön war es nicht!

      Um 20 Uhr war Ende Gelände!










    • Dienstag, 19.04.2022

      Nach 9 Stunden seeligen Schlafes sind wir ausgeschlafen und fit. Es gab ein Two-Egg-Breakfast, das vollkommen ausreichend war. Über den Kaffee sprechen wir nicht mehr. Um 8.20 Uhr sind wir auf der Straße, es hat ein Grad Celsius und es schneit. Auf der Interstate 77 spitzt aber nach einer viertel Stunde die Sonne durch. Ein Zeichen, nicht mehr und nicht nachhaltig. Heftiges Schneetreiben begleitet uns bis zum Trailhead im Cuyahoga Valley National Park an den Brandywine Falls.

      Wir parken unser Auto am Trailhead zu den Brandywine Falls. Die liegen direkt unterhalb des Parkplatzes und wer nur zu den Fällen will, der hat einen kurzen Weg. Wir aber nehmen noch vor der Holzbrücke den Stanford Trail nach links und wandern 1,43 Meilen bis zum Stanford House.

      Das Stanford House ist ein historisches Farmhaus, in dem man auch wohnen kann. Nett schaut es aus, selbst im Regen. Auf der anderen Seite der Stanford Road beginnt der 0,15 Meilen lange Zubringer-Trail zum Ohio und Erie Canal Townpath Trail, dem wir dann nach links folgen.


      Der Ohio and Erie Canal war ein Kanal, der in den 1820er und frühen 1830er Jahren in Ohio gebaut wurde. Das System verband die Stadt Akron mit dem Cuyahoga River in der Nähe seiner Mündung in den Lake Erie in Cleveland und einige Jahre später mit dem Ohio River in der Nähe von Portsmouth. Er hatte auch Verbindungen zu anderen Kanalsystemen in Pennsylvania.



      0,5 Meilen weiter sind wir in Boston. Boston entwickelte sich im frühen 18. Jahrhundert entlang des Ohio-Erie-Kanals. Mitte des Jahrhunderts hatte Boston Bootswerften, eine Sägemühle, eine Ziegelei und ein Lagerhaus. Nette alte Gebäude, u. a. eine historische Garage und Tankstelle sind zu sehen.



      Wir überqueren noch den Cuyahoga River und treten dann den Rückweg an. Zurück am Stanford House, nehmen wir nicht den Trail, sondern folgen der für Autos gesperrten Stanford Road nach links. Nach gut einer Meile auf der Straße geht es links runter zum Creek, den dann eine große Fußgängerbrücke überquert. Wir folgen der Brücke und gehen auf der anderen Seite bis zu den beeindruckenden Brandywine Falls. Holzwege führen hinunter zu den Fällen und natürlich darf eine Aussichtsplattform nicht fehlen.



      Für's Erste war das ein schöner Hike, mit schönen alten Häusern, einem beeindruckenden Creek, dem historischen Kanal und tollen Wasserfällen. Und jetzt geht's weiter nach Columbus, der Hauptstadt von Ohio.

      Nach leichtem Schneefall sehen wir auf der Interstate 71 endlich blauen Himmel. Es gibt zwar immer wieder Schauer, aber wir erreichen eine Höchsttemperatur von 43 Grad Fahrenheit, das sind immerhin +6 Grad Celsius. Nach 160 Meilen erreichen wir Columbus. Das Doubletree ist ok, wir haben eine große Suite im 7. Stock mit Blick auf den Scioto River bekommen. Aber nun auf zum Stadtspaziergang!


      Das State House ist ganz nett und ein paar andere Gebäude lohnen sich auch. Die Stadt ist sehr leer, viele geschlossene Läden und Restaurants. Auf der Suche nach einer Bar finden wir das Buckeye Bourbon House, das auch ein Restaurant ist. Eine coole Lokation, die zum Marriott gehört. Eine hohe Halle mit toller Bar. Das Essen war auch gut und preislich vernünftig.















      Die Nacht begann nicht gut. Unser Zimmersafe meinte, er müsse Alarm geben. Das Batteriefach war ohne Schraubenzieher nicht zu öffnen, unser Taschenmesser funktionierte auch nicht. Also musste ein Techniker kommen. Es war dann aber gleich erledigt.
    • Mittwoch, 20.04.2022


      Die Nacht endete, wie sie begann, mit Ärger. Frühstück war angekündigt, aber es gab keines. Nur Kaffee und Muffins. Ok, - Preise sind höher, Service ist schlechter, so ist die Zeit heutzutage! Dafür sind wir schon um 7.30 Uhr auf der Straße. Es wird ein langer Tag und er beginnt mit einem strahlend blauen Himmel. Herrlich!


      Eine schöne hüglige Straße bringt uns zum Hocking Hills State Park. Der Parkplatz ist riesig und ein durchaus beachtliches Visitor-Center deutet auf eine starke Frequentierung zumindest zu den Stoßzeiten hin. Wir sind die ersten und alleine; es hat -2 Grad Celsius, aber die Sonne strahlt. Nur zwei Angestellte fahren mit dem Golf Cart in Schlangenlinien allen Müll der am Boden liegt ab und sammeln ihn ein.


      Wir starten auf dem Buckeye Trail. Dieser Wanderweg führt durch ganz Ohio und uns nun, nachdem wir gleich nach links auf den Old Man's Cave Gorge Trail abgebogen sind, zu den Upper Falls. Eine kleine Brücke überspannt den Wasserfall, aber der Weg führt anschließend gleich in die wunderschöne Schlucht und von dort aus kann man das spritzende Nass auch von unten bestaunen.




      Es ist wunderschön hier, idyllisch in erdenen Farben. Nach 0,75 Meilen erreichen wir eine riesige Höhle, einen Alkoven. Bis hierher war der Trail eine "Einbahnstraße", d.h., dass der Rückweg oberhalb der Schlucht zum Visitor Center zurück führt. Und bald sind wir an den Lower Falls, die sich aus namhafter Höhe in einen kleinen See ergießen. Sehr schön!




      Der Gorge Trail führt uns weiter nach Süden bis zum Queer Creek, dem der Weg dann nach Osten folgt. Immer wieder prasselt ein kleiner Wasserfall in die Schlucht. Einer hat den Namen Wispering Falls, der sich wirklich kaum hörbar neben den Trail ergießt. Nach insgesamt 2,2 Meilen sind wir an den Cedar Falls.






      Der Trail wird wieder zur Einbahnstraße und führt nach oben zum Parkplatz. Wir verlassen den Rundweg und gehen auf eine Service Road zu, die mit einer Schranke versperrt ist. Hier führt der blau gekennzeichnete Trail moderat nach oben. Unser nächstes Ziel ist die Ash Cave. Aber zunächst überqueren wir nach 4,4 Meilen eine Straße. Gegenüber geht es zum Fire Tower. Wir halten uns aber rechts, denn diese "Sehenswürdigkeit" lassen wir aus. Bald sind wir an einem Einstieg zur Ash Cave, aber auch hier gilt eine Einbahnregelung. Zunächst ist der Ausstieg aus der Cave und erst etwas weiter kommen wir zum Parkplatz, der den Beginn des kurzen Weges zur Ash Cave bildet. Nach 6 Meilen in knapp 3 Stunden stehen wir in diesem gewaltigen Alkoven. Der Boden ist sandig und von oben donnert der Wasserfall geschätzte 25 Meter in die Tiefe. Klasse!

    • Neu

      Das war es in New Mexico 2022, wir wechseln nächste Woche über die Lybrooks Badlands im San Juan Basin nach Durango, Colorado. Wenn ich den Schnee am Anfang mit den Bildern aus dem Land of Enchantment vergleiche, stelle ich fest, dass es mal wieder sehr abwechslungsreich ist. Auch ein Grund, warum wir in die USA fahren.



      Und hier noch zusammengefasst die Bilder des Landes, der Reisebericht wird versuchen, die Lokationen einzufangen:
    • Neu

      Ein kleiner Hike als Anregung für den New Mexico-Teil - den Bandellier NP kann man getrost auslassen.

      10 Grad, Sonne! Die Interstate 25 bringt uns nach Bernalillo. Auf der US 550 leuchtet die Red, später auch die White Mesa bei San Ysidro. Das ist der Ort an dem wir die Blinker nach rechts setzen. Und schon eine digitale Anzeige mitten im Pferdemist. Es sind einige Straßen geschlossen. Ein Waldbrand breitet sich aus. Bei der Ausfahrt aus San Ysidro ist der Rauch weit in der Ferne in Richtung Los Alamos sichtbar. Der Highway 4, den wir nach Norden fahren, soll ab Milemarker 27 gesperrt sein. Während der Fahrt rechnen wir und es klappt.

      Wir biegen in die NM 485 ein und es geht nach oben; der "Rio Guadalupe" begleitet uns. Kurz vor der "Guadalupe Box" erreichen wir die "Gilman Tunnels" und was steht da? Wie in 2019 leuchtet das gelbe Schild, dass die Tunnels gesperrt sind. Anders als in 2019 ist aber die Schranke offen und es gibt weit und breit keinen Grund zu sehen, warum wir jetzt nicht weiterfahren sollten. Nach den Tunnels verläßt uns der Teer und es geht tiefer in den Canyon. 6 Meilen vor unserem Trailhead ist an einer Durchfahrt erneut ein Anschlag angebracht, dass die Straße gesperrt ist und man ausserdem eine Permit benötigt. Jetzt kommen neben der Verwirrung auch Bedenken hoch. Die Auflösung dieses Durcheinanders kommt später.

      Wir fahren zurück zum Highway 4 und biegen dort nach Norden in den Canon de San Diego ein. Ein schöner Name für einen sehr schönen Canyon.

      Nach 2,9 Meilen ist rechts neben der Straße ein Parkplatz an knall-roten Sandwänden. Wir sind alleine am Trailhead zur Mesa de los Datiles. Der Name klingt spanisch harmlos, fast poetisch, aber der Hike wird sich später alles andere als harmlos herausstellen. Aber jetzt auf in den Kampf, Rucksäcke an den Mann und die Frau, GPS läuft und wir nun auch.


      Etwas rechts vom Parkplatz endet eine Wash, die nun gleichzeitig den ersten Teil des Trails bildet. In der Wash geht es nach Osten und es geht bergauf. Über Stock und Stein hangeln wir uns, vorbei an einem Hoodoo, nach oben. Die Steigung ist noch nicht der Rede wert. Nach knapp 0,4 Meilen beendet der erste Dryfall, der einen kleinen Alkoven ausgefräst hat, den ersten Teil der Wash-Wanderung. Wir steigen aus dem Alkoven nach rechts aus und kommen auf ebenes Terrain.

      Aber bereits nach kurzer Zeit zeichnet sich das kleine Flußbett wieder ab. Und wir steigen weiter durch dieses Bett auf. Bald erwartet uns eine kleine Klettertour. Nichts Weltbewegendes, aber die Hände braucht man schon, um auf der linken Seite nach oben zu steigen. Nachdem bisher alles rot war, kommen jetzt weiße Gipsfelder, die eine Flanke nach links oben bilden. Kleine Hoodoos stehen oben als Wachposten.

      Eine knappe Meile sind wir jetzt unterwegs und vor uns versperrt eine gewaltige rote Wand den Weg. Nach rechts oben geht es über eher lockeren Fels heraus aus dieser "Falle". Oben angekommen geht es nach links über einen kleinen Pass, der sozusagen das Verbindungsstück zum "Canon Cercado" bildet. Es dauert nicht lange, bis wir den Canyonboden erreicht haben, der gleichzeitig und natürlich auch ein Bachbett ist. Dieser Wash folgen wir nach rechts. Wir sind etwa 1,6 Meilen unterwegs und dann erkennen wir Gott sei Dank den Ausstieg aus dieser Wash.
      Und jetzt geht es ziemlich nach oben. Teilweise über Geröll, immer bedroht von Kakteen, sind auch kleinere Klettereinlagen notwendig, um den nächsten Absatz zu erreichen. Es ist alles kein Problem, aber wir sind extrem vorsichtig bei der Steilheit und dem losen Geläuf.
      Nach 0,3 Meilen haben wir das steilste Stück geschafft. Gott sei Dank waren immer wieder Cairns aufgebaut, aber ab und zu haben wir ziemlich gesucht, um den nächsten zu sehen. Und nun eröffnet sich ein anderes Problem. Wir queren einen sandigen Berghang. Bei losem Sand kein Problem, die Frisur hält. Es gibt aber vom Wind gepresste Stellen, die wir nicht gehen können, da die Gefahr abzurutschen latent ist. So weichen wir diesen Stellen nach oben aus, umrunden eine riesigen Hoodoo und kommen nach zirka 2 Meilen in das "Tal der Hoodoos".
      Teilweise gigantische Dinger säumen den Weg durch das Tal. Die Felsen haben Löcher und insgesamt ist es so, wie im Frijoles Canyon des Bandelier National Monuments. Und der größte Vorteil ist, dass hier niemand ausser uns ist. Wir schreiten das Tal im Uhrzeigersinn ab. Nach knapp 3 Meilen sitzen wir bei einer kleinen Brotzeit da und staunen. Staunen über diese Natur, staunen über diese Geologie und staunen über uns. Nein, wir sind einfach happy, dass wir es geschafft haben.


      Nach über 5 Stunden sind wir zurück am Auto. Der Hike selbst war nicht so schön und sehr anspruchsvoll, aber das Ziel war fantastisch! Es hat sich wahrlich gelohnt.

      Auf dem Rückweg haben wir uns im Visitor Center aufklären lassen, was es mit der Sperrung und der Permit bei den Gilman Tunnels auf sich hat. Die Permit wird nur für das Einsammeln von Brennholz benötigt und von einer Sperrung wusste niemand etwas. Nun gut, typisch, aber der Weg ist frei. Für heute ist es leider schon zu spät.
      An der Hotelbar hat das Bier gezischt und im Artichoque Cafe war der Wein aus der Bourgogne einfach wunderbar. Das Essen war ok, die Speisekarte hatten wir vielfältiger in Erinnerung.
    • Neu

      Über die Lybrook Badlands und das San Juan Basin nach Durango
      Wir verlassen Santa Fe um 7.45 Uhr und nehmen die Interstate 25 nach Süden bis zur Ausfahrt in Bernalillo. Die US 550 führt uns durch das San Juan Basin, in dem viele bekannte Badlands liegen, nach Norden.

      0,7 Meilen nach dem Mile Marker 112 biegen wir nach links ab und fahren die CR 7900 noch auf Teer in Richtung des Chaco Culture National Historic Parks. Nach ziemlich genau 5 Meilen geht es nach links auf eine namenlose, ungeteerte Straße. Der Untergrund ist sehr gut, denn auch gewaltige Gastransporter fahren hier. 4 weitere Meile geht es gut voran, aber nun müssen wir erneut halblinks abbiegen und es erwartet uns eine Sandpiste. Die ist soweit schon in Ordnung, aber ein paar Querrillen könnten für einen PKW möglichweise das Aus bedeuten. Nach 1,7 Meilen parken wir unser Auto neben einem Hoodoo. Ist das nicht stilecht?

      Wir folgen noch kurz der Straße und gehen dann nach rechts, um Hoodoos, Badlands und die merkwürdigsten Formationen zu genießen. Badlands sind immer wieder schön und diese Lybrooks sind sozusagen die letzten schlechten Ländereien, die wir im San Juan Basin noch nicht gesehen haben. Nach 1,5 Meilen sind wir zurück am Auto und fahren die Straße gute 0,3 Meilen zurück. Wir parken am Straßenrad und machen uns zum 2. Hike nach Norden auf. Auch in diesem Seitental finden wir tolle Felsformationen. Diese Runde ist fast noch interessanter als die erste Wanderungen, denn es ist etwas farbiger bzw. reicher an Kontrasten. Diese Gegend ist wieder so anders, als die letzten Tage und doch etwas ganz Besonderes, denn man sieht es nicht alle Tage im Reich der roten und gelben Steine.

      Nach einer guten Meile sind wir zurück am Auto. Den Abstecher war es wert, tolle Badlands!












      Wir verlassen die Lybrook Badlands und fahren durch interessante Natur links und rechts der US 550 nach Norden. Bei Aztec leuchtet bereits der Schnee aus den noch ziemlich entfernten San Juan Mountains entgegen. Wir haben dort für morgen einen Hike geplant, - schauen wir mal. 17 Meilen vor Durango erreichen wir Colorado und das Benzin wird immer teurer. 4.34 USD die Gallone, - sag' ich doch, Death Valley Preise; leider aber Standard. Egal, wir bekommen ein schönes Zimmer im Double Tree im 4. Stock.


      Die Pandemie hat auch hier zugeschlagen. Einige gute Restaurants sind zu, die wenig verbliebenen schnell ausgebucht. Ich trink dann mal ein Franziskaner Weißbier im El Moro, - zu warm meine Herren und das in Amerika! Abendessen gibt's im Mahogany Grille im alten Strater. Das Essen war ok, der Rombauer lecker.

      Midwest [2022] - Midwestern USA, OK, NM, CO