The Great Traverse

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    • The Great Traverse

      Eine der längsten ungeteerten Strecken im Südlichen Utah verbindet die UT 95 zwischen Hite und Hanksville mit der Town von Green River. Sie zählt streckenweise zum Einsamsten, was man finden kann. Es wird behauptet, dass man im mittleren Abschnitt bestenfalls alle sechs Wochen damit rechnen könne, jemanden zu treffen.


      Insgesamt ist die Strecke - teils Dirt Road, teils herausfordernder 4WD Trail - um die 130 Meilen (210 km) lang, übertrifft damit den bekannten White Rim Trail um Island in the Sky deutlich. Technisch anspruchsvoller ist sie sowieso! Sie darf als unglaublich vielfältig und landschaftlich reizvoll gelten.


      Die Herausforderungen, auf die man trifft/treffen kann hängen in starkem Mass von der Witterung ab. Immer wieder kommt es vor, dass die Strecke nicht durchgängig befahrbar ist, z.B. wenn der Dirty Devil River, den man per Furt passiert, einen zu hohen Wasserstand aufweist oder die Passstrecken zu stark ausgewaschen sind. Auch zu viel Quellwasser im Poison Spring kann zu tiefen Schlammlöchern führen. Selbst im guten Zustand ist es keine Route für Ungeübte oder ein nur mittelmässiges SUV.


      Der Zeitbedarf ist hoch, bei guten Bedingungen und erfahrenen Piloten darf man mit min. 8 Std. von Teer zu Teer rechnen. Photostops exklusive. Schlechter Zustand kostet extra, Unerfahrenheit sowieso. Für eine Übernachtung unterwegs gerüstet zu sein falls die Situation es erfordert, ist keine schlechte Idee.


      Es kann nicht schaden, sich vorab über den Wasserstand im Dirty Devil River zu informieren, besonders, wenn man in Green River startet. Dann am Fluss zu scheitern wäre sehr weit draussen! Je nach Fahrzeug sollte die aktuelle Discharge-(Wassermengen-)Rate nicht über 60 cfs (Cubic Feet per Second = 28,3 Liter/s) liegen, bessere Fahrzeuge wie ein Jeep Wrangler o.ä. vertragen wohl auch noch um die 100 cfs. Der Pegelmesser steht im Übrigen nicht weit von der Furt entfernt - wahrscheinlich derGrund, warum der Weg alle paar Jahre gegraded wird.


      Einziger Anlaufpunkt für jemanden, der Hilfe benötigt, ist die Canyonlands Maze Ranger Station Hans Flat, die in etwa in der Mitte der Strecke liegt. (ca. 12S 0571809 4234249) Wenn das Office nicht besetzt ist, kann man im Notfall ca. 250 Meter zu den Wohngebäuden (Residence Area) gehen. Man sollte aber auch die Privatsphäre der Ranger respektieren.

      Wir unterteilen die Strecke in 6 Abschnitte:

      - Poison Spring Canyon


      - Dirty Devil River Canyon


      - Hatch Canyon


      - Orange Cliffs


      - Horse Bench Reservoir


      - Horse Bench


      Weitere Ziele nahe der Great Traverse und von dort erreichbar:

      - Hite Road (mehrere Ziele)

      - The Maze

      - Doll House

      - Anderson Bottom Road

      - Panorama Point

      - Horseshoe Canyon

      - 5 Opening Arch

      - Entrada Gap

      - Fossil Point

      Wir starten am südwestlichen Ende an der UT 95 zwischen Hanksville und Hite (Die Strecke ab Hanksville ist auch gleich mit in den Bildern.)

      Fortsetzung folgt
      Desert Drunk and Red Rock Crazy Stories aus dem amerikanischen Südwesten

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    • Poison Spring Canyon Road



      Wir nehmen The Great Traverse in Angriff! Dieses Mal von Westen, von der UT 95 her durch den Poison Spring Canyon.



      Warum diese Richtung? Es ist nicht unsere erste Tour auf der Strecke. In der Vergangenheit sind wir häufiger gescheitert als durchgekommen. Der Wasserstand des Dirty Devil Rivers kann starken Änderungen unterliegen. In den 4-5 Stunden, die wir von Moab bis zur Furt benötigen sind gravierende Änderungen gegenüber der Angabe auf der Website des National Water Information Systems vom USGS möglich. Und auch, weil wir nicht wissen, ob der Canyon zu feucht und damit verschlammt ist.

      (Eine gescheiterte Tour in den Canyon bzw. über den Dirty Devil River: Down to the River )


      Moab - Green River - Hanksville! Altbekannte und manchmal langweilige 110 Meilen. Wegen der Entfernungen sind wir (für uns) früh unterwegs. Das Wetter ist gut und Lady gleitet mit ihrem Lieblingsfahrzeug, dem Jeep Wrangler Unlimited, über die UT 24 nach Süden.


      Lady entspannt nahe der Zufahrt zum Goblin Valley auf der UT 24.


      In Hanksville wird noch einmal vollgetankt. An der Tankstelle hängen neue Karten der Umgegend aus, die vom BLM herausgegeben werden. Wir steuern das BLM Office (380S 100W) an, kommen genau eine Minute zu spät, man macht schon Siesta. Warten würde uns zu viel Zeit kosten, also gibts nur einen Schnappschuss der Wolverton Mill - interessante Historie - und wir verabschieden uns auf die UT 95 nach Süden.


      Direkt am Ortsausgang die Warnung vor Vieh in der Open Range:


      Vieh hat in Open Range stets Vorfahrt!


      Was viele Touristen nicht wissen: Wer hier mit einem Tier kollidiert hat nicht nur den Schaden, er muss dem Rancher auch Ersatz leisten, wenn Vieh zu Schaden kommt.


      Die roten Flaggen auf den "Open Range" - Schildern zeigen an, dass tatsächlich Vieh unterwegs ist.

      Nahe der Abzweigung in Richtung Burr Point steht ein neueres Warnschild. Die Gefahren ändern sich mit den Zeiten.


      Auch wildgeworden?

      Von der grossen Kreuzung in Hanksville sind es ziemlich genau 17 Meilen bis zur Abzweigung in den Poison Spring Canyon. Eine Lücke in der linken Leitplanke kennzeichnet die Stelle bei 12S 0534242 4221412.


      Die Dirtroad befindet sich hier in gutem Zustand. Eine der oft zu findenden braunen Anschlagtafeln wartet mit Infos auf, die sich zur Hauptsache auf die Glen Canyon National Recreation Area beziehen. Die Grenze zur NRA überschreitet man aber erst runde 35 Meilen weiter östlich. Hier draussen ist BLM-Land.


      Nach kurzer Distanz - 0,3 Meilen - verlässt die Road bei ca. 12S 0534631 4221579 das hier noch sehr flache Tal des Washes. Angeblich hat man vor Jahren die Trasse verlegt, weil eine Flash Flood den alten Weg entlang des Wasserlaufs unpassierbar machte. Wir kennen die Strecke seit ca. 20 Jahren, da war sie nach unserer Erinnerung nie anders.


      Die namensgebende Spring befindet sich nicht hier, sondern westlich der UT 95 in Richtung auf die Henry Mountains. Ein 4WD-Trail führt auch dorthin.


      Nur - der Name ist falsch bzw. gefälscht. Die Behörden änderten den ursprünglichen Namen "Pissing Spring", weil er angeblich für Kartenwerke nicht "sozial verträglich" war. (Nach Jamers H. Knipmeyer). Der ursprüngliche Name beschreibt, dass die Quelle wie ein Urinstrahl aus einer wasserführenden Felsschicht heraustritt.

      Charles Kelly hingegen gibt an, Outlaws hätten ein Schild mit der Aufschrift "Poison" an der (nicht natürlichen) Quelle angebracht, um Fremde abzuschrecken. Eine dritte Variante behauptet, "Poison" wäre einfach das Wort, das als Ersatz für die ursprüngliche Namensgebung am nächsten lag.


      Henry Mountains im Westen


      Schilder am Beginn der Strecke (Juni 2015)

      Das BLM-Schild nennt den Canyon "Poison Springs", die amtlichen USGS Topomaps bezeichnen ihn als "Poison Spring".


      Die Road begleitet den Wash auf seiner Südseite in einiger Distanz, deutlich höher liegend und dem Butler Wash zustrebend, einem "Tributary" (Zufluss) des Poison Spring Washs.


      Butler Wash

      Bei ca. 12S 0538000 4221360 führt die Road zurück in den Hauptwash.


      Poison Spring Canyon und Road

      Der Canyon bzw. Wash ähnelt entfernt einem Kanal durch massiven, roten Sandstein. Gleichzeitig liegt viel grobes, hellgraues Gestein auf der Strecke. Wurde hier in der Vergangeheit etwa geschottert?


      Es handelt sich nicht um Schotter, das Vorkommen ist natürlicher Art. Das hellgraue Gestein ist vulkanischer Herkunft, stammt aus den Henry Mountains, die während ihrer Entwicklung steckengebliebene Vulkane darstellen. Wasser und Eis haben die Gesteinstrümmer hier unten deponiert. Zur Hauptsache stammt das Material offenbar aus dem Pleistozän, als die Henries vergletschert waren.


      Im Canyon steht gelegentlich Vieh. Bis hinunter zum Fluss sind zwei Gates zu durchfahren. (Schliessen bitte nicht vergessen!)


      Jungtier im Canyon

      Die Fahrt von der UT 95 bis hinunter zum Dirty Devil River - man taucht über 16 Meilen ca. 320 Meter in die Tiefe - stellt auch eine geologische Zeitreise von rund 80 Millionen Jahren dar. Nahe des Highways durchschneidet das Tal windgeschichteten Navajo Sandstone (spätes Trias - frühes Jura; Englisch: late Triassic - early Jurassic), der in Wüsten (Dünen) entstand. Am Fluss findet man die Cutler Formation bzw. den zugehörigen White Rim Sandstone, dessen Ursprung in einer Küstenregion zu suchen ist.


      Windgeschichteter Navajo Sandstone

      Navajo Sandstone mit Resten von aufsitzender Carmel Formation



      Kanalartiger Canyon im Navajo Sandstone


      Graues Gestein aus den Henries kontrastiert im Kanal


      Wenn man davon absieht, dass die Road abschnittsweise holprig ist, weil das graue, harte Gestein aus den Bergen auf der Spur liegt - Vorsicht, stellenweise gibt es auch recht grosse Brocken! - kommt man ohne Probleme voran.


      Hartes vulkanisches Gestein und Sanddünen


      Von Süden her wird im Abschnitt östlich des Butler Washs immer wieder Sand in den Canyon eingeweht. Dünen bilden sich.


      Carmel Sandsteinreste bilden stellenweise eine Art Krone auf dem Navajo




      Hoodooartige Erosionsformen


      weiter in Richtung Dirty Devil River


      Bald darauf erscheint der Canyon nicht mehr so wild, es wird langsam grüner!


      (Fortsetzung folgt)
      Desert Drunk and Red Rock Crazy Stories aus dem amerikanischen Südwesten
    • Poison Spring - Teil 2

      Die Gegend hier stellt eine erste Zäsur im Canyon dar, der kanalartige Charakter verschwindet.

      Reste des letzen Runoffs? Im Hintergrund sieht man älteres Gestein: Kayenta Sandstone.



      Man findet erst vereinzelt und klein, dann häufiger Willow Trees und Tamarisken. Das erforderliche Wasser stammt nicht unbedingt aus den Zeiten, an denen der Wash Wasser führt. Hier gibt es Quellen!


      Nicht weit entfernt haben wir die Grenze zwischen Navajo und dem darunter liegenden Kayenta Sandstone passiert. Das Wasser stammt aus den Henry Mountains wird unterirdisch weitergeleitet, tritt hier im Canyon an Schichtfugen aus, wo der Wash diese angeschnitten hat. Kayenta Sandstone ist ein guter Kandidat dafür, denn er besteht aus unterschiedlich harten, horizontalen Schichten.

      Horizontal strukturierter Kayenta Sandstone



      Kayenta besitzt eine völlig andere Struktur als Navajo Sandstone


      Erosionsdetails

      Jetzt beginnt es feucht zu werden. Je nach Quellschüttzungsmenge bildet sich ein Bach, gelegentlich auch kleine Tümpel. Auf diesen konnten wir schon in anderen Jahren Enten beobachten, Frösche gibt es ebenfalls. Das Wasser tritt meist unter Überhängen aus, weil es das Gestein langsam aber sicher auflöst und abtransportiert.


      Quellhorizont

      Diese Stelle hier haben wir auch schon fast unpassierbar vorgefunden. Dieses Jahr (Mai 2013) ist die Situation unkritisch.


      Ein kleiner Bach entsteht, der den Dirty Deliv River nicht erreichen wird. Nach spätestens 2 Meilen - bei feuchten Bedingungen - ist das Wasser vollständig vesickert und verdunstet, dieses Jahr kommt es wahrscheinlich keine halbe Meile weit.


      "Hängende Gärten"


      Der Bach hat im Mai 2013 nur relativ wenig Wasser


      Der Bachlauf kann allerdings auch die 3-4fache Breite haben, die aktuell zu sehen ist.

      Immer noch im Kayenta - immer noch graues Gestein aus den Henries.


      Langsam taucht der Canyon in die tiefer liegenden Gesteinsschichten ein

      Mineralablagerungen im Bachlauf


      Der dunkle Kanyenta Sandstone liegt schon deutlich über dem Canyonboden

      Durch das immer tiefere Einschneiden des Washes reitet jetzt der Kayenta schon auf einigen 10 Metern Wingate. Das wird noch mehr werden. Wingate ist heller und auch nicht horizontal aufgeteilt.


      Eine Art Wabenverwitterung

      Solche Verwitterungsformen können auch sehr feingliedrig sein.


      Das Stück Fels oben mit den kleinen, von Erosion geschaffenen Löchern gehört eigentlich nicht an den Ort, an dem es zu finden ist. Es stürzte offensichlich von höheen, jüngeren Schichten ab, dürfte dem Navajo Sandstone zuzurechnen sein. Die deutliche Windschichtung spricht jedenfalls dafür.


      Noch mehr ungewöhnliche Erosion, hier im Wingate.



      Die Ablagerungen scheinen von Wasser zu stammen


      Blick zurück nach Westen, wo wir herkommen.


      Der Talboden scheint immer noch feucht zu sein. Auch wenn sie kleiner werden, es wachsen immer noch Willow Trees.


      Auch der Wingate wandert langsam vom Talboden weg. bzw. dieser schneidet noch tiefer ein. Unter den Wingate-Wänden werden die schrägen Hänge der wesentlich weicheren Chinle Formation sichtbar. Die herabgestürzten, wesentlich resistenteren Wingate-Blöcke bilden die Grundlage für Hoodoos.




      Chinle Hoodoo mit Wingate Capstone




      Grössere Hoodoos dürften um die 4 Meter messen.


      Der Canyon weitet sich erheblich, hat einen relativ flachen Boden. Die Szenerie erinnert entfernt an die UT 211 in Richtung Needles District.


      Poison Spring Canyon weitet sich


      Im Norden stehen die Cliffs der rund 300 Meter über den Talboden aufragenden Berts Mesa. Vom Burr Point führen rauhe 4WD-Trails auf die Mesa, von hier aus dem Poison Spring führt eine alte Mining Road zu in die Cliffs hoch über dem Dirty Devil River. Obwohl sich die Wege von oben und unten bis auf ca. 300 Meter annähern gibt es keine Verbindung, es liegen mehr als 220 Meter Höhenunterschied dazwischen. (Auf den 1.100.000 USGS Topomaps könnte man ein Zusammentreffen vermuten, diese Karten sind einfach nicht detailliert genug.) Die Road zweigt bei ca. 12S 0546890 4218760 von der Road im Canyon ab. Man kann die Spur leicht übersehen.


      Der ebene Talboden endet schnell, ein Graben tut sich auf, sozusagen ein Canyon im Canyon. Die nun erreichte Moenkopi Formation zeigt sich erosionsresistenter als Chinle, aber irgendwann wird auch sie angegriffen. Der Punkt, an dem der Wash sich schlagartig tiefer einschneidet wird Black Jump genannt.

      Diese Stelle ist die zweite wesentlich Änderung in der Struktur des Canyons.

      (Fortsetzung folgt)
      Desert Drunk and Red Rock Crazy Stories aus dem amerikanischen Südwesten
    • Und schon wieder steigt die Sehnsucht nach den roten Steinen. Habe mir gerade gestern noch bei einem Wein das letzte Fotobuch angeschaut mit der Tour entlang der Temple Mt. Road. Ursprünglich wollten wir zum Little Wild Horse - aber sind dann einfach mal geradaus weiter gefahren. Eine tolle Strecke und mit einem "normalen" SUV auch noch fahrbar. Übernachtet hatten wir dann wild. Wir haben in Hanksville beim BLM nachgefragt und die hatten uns mehrere schöne Stellen genannt. Im übrigen kann ich das dortige BLM Office auch extrem empfehlen.
      Micha
      Highlights des Südwestens: canyon-trails.de
    • Poison Spring - Teil 3

      Plötzlich ein Graben im Boden des Canyons


      Black Jump: Der Wash bricht durch die Deckschicht der dunkelbrauen Moenkopi Formation


      Wir halten an, laufen zum Rand des Grabens.

      Nach Osten in Richtung Fluss wird der Graben schnell tiefer.


      Die Road verläuft vorerst auf der Terrasse zwischen dem Graben und den südlichen Cliffs des Canyons. Hier trifft man noch einmal auf ein Gate.


      Chinle Formation neben der Road - oberhalb des Grabens


      Die Road kann nicht auf der Terrasse bleiben, sie muss hinunter in den Wash, wenn sie das Ufer des Dirty Devil Rivers erreichen will. Bei 12S 0547898 4217403 führt ein Gefälle zum Wash hinunter.


      Die Road im Graben verläuft wieder auf dem Niveau des Washes.


      Der dunkle Rand, welcher sich in einiger Höhe über dem Wash entlangzieht kennzeichnet das Niveau, auf dem sich die Road vor dem Abstieg befand. Wingate und seine Kayenta-Bedeckung finden sich hoch oben. Beim Start der Tour an der UT 95 lagen beide noch deutlich unter Geländeniveau im Boden versteckt.

      Die Moenkopi Formation erscheint nicht einheitlich strukturiert


      Weiter in Richtung Dirty Devil River


      Die Road ist in diesem Jahr in gutem Zustand, wir haben sie schon dramatisch schlechter erlebt. Lediglich im Bereich der Quellen war wie immer Vorsicht angebracht.

      Gute Road im inneren Canyon - das kann zu anderen Zeiten auch anders sein....




      Wash und Road trennen sich

      Bei ca. 12S 0551624 4215867 verlässt die Road den inneren Canyon, zieht den nördlichen Hang hinauf. Der Wash geht weiter in Richtung Dirty Devil. Schwache Spuren ziehen auch dort hinunter. Nach ca. einer halben Meile kommt man am Ufer der Flusses an. Allem Anschein nach ein hin und wieder von locals genutzter Lagerplatz.

      Wir folgen der Road, um auf einen kleinen Pass zu gelangen.

      Ausblick über das Valley auf die Ostseite des Dirty Devil Rivers


      Oben angelangt findet man neben eine Kurve einen Ausweichplatz, den wir für einen kurzen Photostop nutzen. Östlich des Rivers sieht man die hoch aufragenden Cliffs des Buckacre Points, den zu erreichen uns noch nicht gelungen ist. Die Road zieht hinunter zum Ufer bzw. zum Pegel.


      Buckacre Point in voller Pracht

      Irgendwie verschlafen wir es, von der Furt ein Photo zu machen Deswegen hier nun Bilder aus vergangenen Jahren - technisch beschränkt, weil gescannte Dias:


      Kein Durchkommen in dem zurückliegenden Jahr wegen zu lockerer Böschung




      Der Fluss kann auch deutlich breiter sein. (Blick vom Ostufer)


      Doch, - ein Photo gibt es. Das markante windgeschichtete Cliff neben der Furt haben wir abgelichtet. Es besteht aus White Rim Sandstone. Damit sind wir in der noch älteren Cutler Formation angelangt.


      Cliffs direkt am River


      Wir suchen eine Stelle für einen Lunch Break, setzen danach unsere Tour auf der Great Traverse fort. Nächster Abschnitt ist der Dirty Devil River Canyon. Nicht immer einfach, manchmal unpassierbar. Mal sehen, was uns dieses Mal blüht?


      (Fortsetzung folgt)
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    • Neu

      Dirty Devil River Canyon
      Nachdem man, von der Poison Spring Canyon Road kommend, den River - hoffentlich erfolgreich! - durchquert hat, steigt der Trail relativ schnell an, gewinnt in den östlichen Cliffs an Höhe. Der Blick zurück lohnt!

      Dirty Devil River Canyon



      Gegenüber sieht man den Poison Spring Canyon und die Road auf der wir gekommen sind. Auch ein Stück des Flusses ist sichtbar. Dort, wo er etwas breiter wird befindet sich der Pegel, die Spur, die von der Road zu ihm führt ist gut erkennbar. Was man da auf den westlichen Seite vor sich hat ist im Übrigen geologisch ein Rincon, also eine alte, inzwischen abgeschnittene Flussschlinge.

      Dirty Devil River Canyon nach Süden in Richtung Colorado River



      Die in Bildmitte aufragende Höhe trägt den Namen Cedar Point, ist oft ebenfalls nur schwer und ganz sicher nur mit einem guten Fahrzeug zu erreichen. Es ist die höchste Stelle über dem Dirty Devil River auf der gesamten Länge seines Laufs von Hanksville bis Hite. Man steht mehr als 660 Meter über dem Fluss mit atemberaubender Aussicht. (Der bekannte Burr Point bietet vergleichsweise "nur" 480 Meter Höhenunterschied)

      (Vom atemberaubenden Cedar Point wird noch zu berichten sein! Bisher fehlte allerdings die Zeit!)

      Dirty Devil River - links die Spitze des Buckacre Points.



      Als nächstes suchen wir zwecks Essenspause einen Platz abseits der Spur. Die Kerbe eines kleinen Washs bietet eine etwas windgeschütze Stelle.

      Windgeschützt neben dem Trail (Hatch Canyon Road)



      Gegenüber Cedar Point



      Nach der kurzen Rast geht es weiter.
      Der Blick gleitet erneut in den Canyon des Dirty Devil Rivers, auf dessen Westseite hoch oben über den Cliffs der schon erwähnte Cedar Point zu sehen ist. Von unten am Fluss bis zur höchsten Erhebung: White Rim Sandstone - Moenkopi Formation - Chinle Formation - Wingate Sandstone - Kayenta Sandstone - Navajo Sandstone - Entrada Member of Carmel Formation. Eine derart umfangreiche Abfolge bekommt man selten zu Gesicht.

      Auch hier gab es Mining-Aktivitäten

      Etwas südlich (links) der vorspringenden grossen Felsnase befindet sich in der grauen Schicht eine verlassene Mine aus der Uranboomperiode. Beim genauen Hinsehen erkennt man noch die Mining Roads im Hang. Ob sie heute noch befahrbar sind darf bezweifelt werden. Chinle zählt zu den am schnellsten erodierenden Schichten. Die Zufahrt zweigt von der Poison Spring Canyon Road bei ca. 12S 0551313 4215982 ab, ihre Länge beträgt um die 2 Meilen. Theoretisch eine Wandertour in grosser Kulisse.

      Im Nordwesten ragt hinter dem River Canyon Bert Mesa auf.

      Auf Bert Mesa kann man vom Burr Point aus gelangen, mit einem guten SUV! Ca. 1/3 Meile westlich vom Burr Point zweigt von der Road zur UT 95 eine 4WD Road nach Süden ab, die bei ca. 12S 0551313 4215982 zum anspruchsvollen Trail wird. Das Gefälle ist nicht ohne.
      Der Trail endet nicht weit hinter der rechten Ecke im Bild. Man hat von dort einen guten Blick in das zweite Riesencanyonsystem der Gegend - Happy Canyon!

      Noch einmal die Mündung des Poison Spring Canyons in den Dirty Devil River Canyon.


      Nach Süden in Richtung Hite - die Clifflinie am Horizunt verläuft schon südlich des Colorade Rivers.

      White Rim Sandstone trägt Moenkopi Formation - typisch für den Dirty Devil River Canyon.


      Hier biegen wir nach Osten in den North Hatch Canyon ab.


      Der folgende Streckenabschnitt wird der einsamste der Great Traverse werden - Hatch Canyon! Hier haben wir bei unseren zahlreichen Besuchen in vielen Jahren nur ein einziges Mal Menschen getroffen - in 1994 zwei abenteuerlustige Frauen - danach nie wieder jemanden!

      (Fortsetzung folgt)
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    • Neu

      Hatch Canyon


      Soll man den Canyon als die grosse Unbekannte im Südosten Utahs bezeichnen? Jedenfalls bildet das zweiarmige System - South und North Hatch Canyon - einen der grössten und eindrucksvollsten Canyons Utahs.


      Zumindestens eines ist klar, es ist eine der abgelegensten Locations, die man finden kann. Zu erreichen entweder über die Hite Road und den Sunset Pass bzw über die lange Road von Green River bzw. der UT 24 zur Ranger Station Hans Flat und weiter über den nicht immer einfachen Flint Trail. Die dritte Möglichkeit führt über die Poison Spring Canyon Road hinunter in den Dirty Devil River Canyon und durch eine Furt auf die östliche Seite des Flusses. Des öfteren sind Canyon und/oder Furt unpassierbar.


      Auf dieser Tour kommen wir dieses Mal von Westen, also durch den Poison Spring Canyon und die Furt. Mit unserem Jeep Wrangler beim ungewöhnlich guten Zustand der Trails/Road in 2013 kein grosses Problem. Das haben wir aber auch schon anders erlebt. Wir sind häufiger nicht durchgekommen als dass es uns gelang.


      Wer die Strecke befährt muss sich darüber im Klaren sein, dass er im Notfall völlig auf sich selbst gestellt ist. Die Route wird selten befahren - angeblich kommt nur alle paar Wochen mal jemand vorbei!




      Den Beginn der Road/des Trails im Hatch Canyon System kann man an verschiedenen Stellen annehmen. Logisch wäre am Dirty Devil River Ford. Da die Strecke von dort bis nahe des Buckacre Points schon beschrieben ist, starten wir kurz vor Letzterem.
      Buckacre Point liegt vor uns


      In 2013 ist die Road auch hier in sehr gutem Zustand, deutlich entfernt vom Status eines Trails. (In 2015 befuhren wir die Route nicht. Nach den extremen Niederschlägen im Mai/Juni wird es wohl nicht mehr so einfach sein.)


      Buckacre Point

      Die Hochfläche des Buckacre Points endet in einer Doppelspitze, die südlichere ragt vor uns auf. Spätestens dort dreht die Spur endgültig aus dem River Canyon heraus.

      Im Chinle-Unterbau des Points bilden sich wie üblich Hoodoos aus

      Wie anderswo auch entstehen die Hoodoos in der Chinle-Schicht dadurch, dass wesentlich erosionsresistentere Wingate-Brocken abstürzen, auf dem Chinle liegen bleiben und das darunter liegende weiche Gestein schützen. Funktioniert nur in einem semiariden Klima.


      Farbvariantionen der Chinle Formation





      Bizarre, hoodooähnliche Gebilde gibt es hier in grosser Anzahl

      An sich sieht die Strecke gut aus.....


      .... aber es kann tückische Gräben geben.




      Diese Gräben können einem zu schnellen Fahrzeug zum Verhängnis werden, sind oft nur sehr spät zu sehen. Etwas mehr Sicherheit gewinnt man, wenn man sich stets auf der Fahrbahnseite hält, die dem ansteigenden Hang näher liegt, weil die Gräben ins Gefälle hinein tiefer werden. Besser ist reduzierte Geschwindigkeit und erhöhte Aufmerksamkeit.

      Wir haben im North Hatch Canyon schon metertiefe Gräben vorgefunden. Manchmal kommt man dran vorbei, manchmal muss man umdrehen.

      An der Stelle fängt sich gerne Schlamm.


      Kleines Window neben der Road. Dahinter der innere Canyon des North Hatch.


      Hatch Canyon System



      Langsam lassen sich die enormen Ausmasse des Canyons abschätzen. Im obigen Photo sieht man allerdings nur eine Hälfte - North Hatch Canyon.

      Woher stammt eigentlich der Name des Canyons? Es ist überliefert, dass die Navajos den Canyon "Hatchie" oder auch "atchee atchee" nennen. "Atchee" bezeichnet einen roten Farbton aber auch hohe Cliffs. Beides triff offensichtlich zu. Mit "hatch" = Luke, Klappe hat es also nichts zu tun.
      Angeblich verlief früher die Winterroute des Old Spanish Trails durch den Canyon. Persönlich scheint mir das eher unwahrscheinlich.


      Ein steiler Graben bildet den inneren Canyon



      Der White Rim Sandstone als harte Deckschicht


      Noch einmal die südlichste Spitze des Buckacre Points


      North Hatch Canyon Trail


      Chinle und Moenkopi - Details


      Hoodoo neben dem Trail


      Erstaunlich wie gut das Konglomerat der Säule den Deckstein trägt!


      Mormon Tea (Ephedra nevadensis)


      Mormon Tea wurde von den Mormonen als Heilpflanze eingesetzt. Sie enthält Alkaloide wie z.B. Ephedrin, die bei Schnupfen und Asthma angewandt wurden, aber auch erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen. Heute sind Ephedrine als Dopingmittel im sportlichen Bereich verboten und dem Grundstoffüberwachungsgesetz untergeordnet.

      (Fortsetzung folgt)
      Desert Drunk and Red Rock Crazy Stories aus dem amerikanischen Südwesten