Südwesten mit Familie und Rolli: Was mit Rolli sinnvoll?

    • Südwesten mit Familie und Rolli: Was mit Rolli sinnvoll?

      Hallo zusammen,
      gemeinsam mit meiner dreiköpfigen Familie machen wir im Sommer eine Rundreise mit einem Mietwagen im Südwesten der USA. Hinzu kommt, dass meine Tochter im Rolli sitzt. Ich zermartere mir schon den Schädel über die optimale Tour. Im Netz findet man relativ wenig über Rolli-taugliche Touren (speziell an Orten mit Sehenswürdigkeiten). Vielleicht hat jemand Tipps für uns.
      Wo hänge ich aktuell?
      Wir bleiben zwei Übernachtungen in Flagstaff um von dort aus zum GC South Rim und dann am nächsten Tag zum Monument Valley und weiter nach Page zu fahren. Kann man in Page und Umgebung für zwei Übernachtungen genug unternehmen, damit es sich rentiert? Die Frage zielt auf den Rolli ab? Mit Ausnahme teurer Bootsfahren und Damm-Besichtigung sehe ich wenig Sehenswertes, was mann mit Rolli ansehen kann.
      Ähnliches Problem sehe ich im Bryce, Zion und Yosemit NP. Ist es ratsamer nur eine Nacht in Page zu verweilen und lieber in den o.g. NPs einen Tag länger zu bleiben.

      Auf eine Einschätzung würde ich mich sehr freuen.
      LG
      Freisinga
    • Welcome aboard!

      An den üblichen Sehenswürdigkeiten sind immer wieder Wege barrierefrei - nach meiner Meinug deutlich mehr als in Deutschland zu finden wären. Die Nationalparks zählen zu den gut ausgestatteten Orten, auch wenn natürlich nicht alles erreichbar sein wird. Bei den genannten Parks dürfte einiges machbar sein.

      Page? Wohl eher schwierig, weil viele Dinge nur mit Hilfe eines geländegähngigen Fahrzeugs möglich sind. Über eine Fahrt mit dem Passagierschiff zur Rainbow Bridge sollte man unter den gegebenen Bedingungen aber vielleicht doch nachdenken, aber....durch den niedrigen Wasserstand des Sees - er liegt aktuell um knapp 40 Meter unter dem Höchststand - ist in jedem Fall der Zugang zur Bridge länger als er es früher einmal war. Ob das barrierefrei ist? Nachfragen!

      Vielleicht hilft das weiter:national-parks-for-disabled-visitors

      Access Guide to National Parks in Utah


      Generell im Internet unter den Stichworten "disabled", wheelchair", "holiday" suchen.

      Viel Erfolg!

      Rolf
      Desert Drunk and Red Rock Crazy Stories aus dem amerikanischen Südwesten
    • Der Horseshoe Bend ist wohl mittlerweile auch mit dem Rolli erreichbar.
      Überhaupt gibt es in den USA mehr Behinderten Parkplätze und in den Parks sind die Wege zum den Viewpoints meist auf guten Wegen zugänglich.

      Zur Not müßt ihr eben mal ein bisschen schieben, wenn es über Schotter gehen sollte. :-)

      Ich würde sagen es ist ausser Wanderungen alles möglich, was man eben mit dem Auto anfahren kann.

      Wir trafen vor Jahren ein Paar, wo er im Rollstuhl saß und der war an mehr Orten als wir.
      Seine Frau hat ihn über Stock und Stein geschoben. :-)
      amazing-usa.de (die neue Webseite mit vielen Reiseberichten und 10000 Fotos aus 40 Staaten)
      mymotherroad.de (Die Route 66)
      motivefactory.com (Bilder von Überall)
      super-hd.de (Das Videoportal)
    • Hallo Freisinga,

      wie Burki schon sagte kann ich Dir wahrscheinlich ganz gut helfen, denn ich nutze auch einen Rolli. Als erstes würde ich Dir meine Seite westkueste-usa.de/mn_Reiseplanung_Handicap.htm ans Herz legen - da sind die wesentlichen Dinge für die Reise im Allgemeinen genannt. Überhaupt beschreibe ich auf Westküste USA meine eigenen Reisen (mit Ausnahme der Beiträge mit dunkelbraunem Hintergrund bzw. Wanderschuh im linken Menü, die sind von Micha und vornehmlich Hiking-Touren - was eine gute Ergänzung für meine Art der Reise ist, um alle Interessen abzudecken). Daher kannst Du davon ausgehen, dass all die dort beschriebenen Orte und Sehenswürdigkeiten problemlos mit Rolli zu machen sind.

      Was die Hotels betrifft habe ich auf westkueste-usa.de/mn_Hotels.htm alle von mir genutzten Hotels aufgeführt und kurz bewertet. In den üblichen Übernachtungsorten habe ich also ein Repertoir an Hotels, von denen ich weiß, dass sie für mich passen. Wenn Eure Tochter bestimmte Anforderungen an die Unterkunft hat (wie bei mir z.B. eine ebenerdige Dusche (rollin-shower), dann kann das schon hilfreich sein. Allerdings solltet Ihr dabei beachten, dass es nicht immer überall möglich ist, so eine rollin-shower zu bekommen. Gerade die abgelegenen Orte mit sehr begrenzten Übernachtungsmöglichkeiten sind ein Problem - wenn man denn dort übernachten muss. Zur Not wird aber sich auch mal eine Nacht ohne Dusche gehen...

      In Flagstaff habe ich noch nicht übernachtet. Bei den Besuchen am Southrim des Grand Canyons bin ich immer in Tusayan untergekommen (um Zeit für die An-/Abreise zu sparen). Eine rollin-shower hatte ich nirgendwo, aber das ist erstens alles schon einige Zeit her, und zweitens halt auch eine Frage der Verfügbarkeit. Im Sommer sind die Zimmer immer sehr knapp, da muss man früh buchen - selbst wenn man als Rollifahrer eher Chancen hat, denn die behindertengerechten Zimmer werden natürlich zunächst auch nur an Menschen mit Handicap vergeben. Manchmal kann man auch bei ausgebuchten behindertengerechten Zimmern eine Suite zum gleichen Preis aushandeln, sofern die eine ebenerdige Dusche hat. Die sind da meist sehr kooperativ.

      Im Monument Valley kann ich nur das The View empfehlen. Ich war 2010 dort. Die Navajos waren wirklich extrem zuvorkommend. Anstelle des normalerweise rund 220 Dollar kostenden Zimmers habe ich nur 78 bezahlt (mit rollin-shower).

      In Page war ich 2010 im Wahweap Resort (rollin-shower). Den Aufenthalt habe ich noch nicht auf meiner Seite beschrieben, war aber eine tolle Hotelanlage direkt am See. Eine Übernachtung würde ich in jedem Fall empfehlen, alleine schon aus Routenplanungsgründen. Horseshoe Bend ist mittlerweile accessible, ansonsten kann man sich den Glen Canyon Dam samt Visitor Center ansehen und dann abends ein wenig chillen und im noblen Hotelrestaurant gut essen gehen. Zwei Übernachtungen fände ich allerdings etwas viel, denn Antelope Canyon ist mit Rolli nicht zu machen, und ansonsten ist da wirklich nicht viel. Ich würde da definitiv lieber zwei Tage im Zion nehmen. Mit Rolli ist der Riverside Walk (bis auf ein paar kurzen Steigungen) kein Problem, ebenso der Pa'rus Trail. In Springdale solltet Ihr ein passendes Hotel finden. Am Bryce reicht eine Übernachtung, allerdings solltet Ihr für das Besichtigen der Aussichtspunkte schon mindestens einen halben Tag einplanen. Zum Glück ist ja die Strecke von Zion zum Bryce nicht sehr lang, so dass sich dies am Anreisetag anbietet. Auch hier gilt wie an allen Nationalparks: früh buchen, und möglichst nahe dran, um mehr Zeit vor Ort zu haben. Im Yosemite würde ich - je nach Streckenführung - Oakhurst am Südeingang oder El Portal bzw. Mariposa am Westeingang als Unterkunftsort empfehlen.

      Übrigens, um eine bessere Einschätzung der Zeit zu bekommen solltet Ihr Euch meine Liste aller Sehenswürdigkeiten mit Kurzbeschreibung, persönlicher Wertung sowie Anreise- und Aufenthaltszeit (westkueste-usa.de/mn_Reiseplanung_Sehenswertes.htm) anschauen. Die gibts auch als PDF.

      Ich hoffe, ich konnte ein paar Fragen beantworten. Ansonsten frag einfach.
      Stefan Kremer
      (Webmaster von Westküste USA, USA Reporter und Great-West)
      Man braucht doch immer was:
    • Hallo und herzlich Willkommen!

      Wir waren gerade mit meiner 82jährigen Mutti im Südwesten. Sie sitzt zwar nicht im Rolli, ist aber gehbehindert und auf einen Stock angewiesen. Bei den Airlines habe ich den Rollstuhlservice angemeldet, so daß wir jeweils Prio-Boarding hatten und auch das Umsteigen sowie die Immigration sehr fix gingen. Aber das kennst Du sicher sowieso schon.

      Was die Trails bzw. Planung angeht, fand ich diese Seite sehr hilfreich: wheelchairtraveling.com/ Dort kann man nach verschiedenen Zielen suchen und bekommt Infos angezeigt.

      Parken mit dem Behindertenausweis ging übrigens super easy, da es überall ausreichend Behindertenparkplätze gibt und die Amerikaner sie auch penibel frei halten. In Kalifornien dürfen behinderte auf allen ausgewiesenen Parkplätzen, die normalerweise kostenpflichtig sind (z.B. mit Parkuhren), gratis parken. Das war in San Francisco hilfreich.