Great Mountain Circle long ago

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    • 18. Tag: Fahrt zum Zion Canyon

      Am nächsten Morgen brechen wir bereits wieder unser Zelt ab und machen uns auf den Weg zum nächsten Park. Diesmal steht der Zion auf dem Programm.

      Wir fahren über die 12 zurück Richtung Panguitch. Danach geht es auf die US 89 Richtung Süden bis zum Abzweig Richtung Zion National Park. Wir fahren von Osten durch den Park und bekommen so schon einmal die ersten Eindrücke. Es ist so ganz anders als im Bryce und nach den ganzen Hoodoos wissen wir noch nicht, ob wir dem Park etwas abgewinnen können. Es wirkt alles sehr gewaltig – ein krasser Gegensatz zu den filigranen Erosionsformen im Bryce.

      Wir fahren durch den Park und auf dem Watchman Campground bekommen wir auch einen Platz zum Zelten. Heutzutage undenkbar ohne Vorbuchung, aber damals war der Park bei weitem nicht so überlaufen. Wir fahren danach noch in den Park und ein Stück am Virgin River entlang (ja, das ging damals noch) und laufen den Trail zu den Narrows, am Weeping Rock vorbei. Bei der Gelegenheit bekommen wir einen Eindruck von dem, was uns morgen erwartet. Danach geht es zurück zum Zeltplatz. Wir besorgen uns etwas zum Abendessen und bereiten uns schon einmal mental auf den nächsten Tag vor.

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    • 19. Tag: Zion Canyon

      Heute ist Wander- nein, Klettertag! Wir fahren wieder in den Park hinein und stellen das Auto auf dem Parkplatz an der Grotto Picknick Area ab (das durfte man damals noch). Dann schnappen wir uns die Tagesrucksäcke und auf geht’s.

      Wir laufen zum Refrigerator Canyon und meistern zunächst mal die Walters Wiggles, bevor wir dann am Scout Lookout ankommen. Und dann sehen wir aus der Nähe, was uns erwartet: Angels Landing. Da wollen wir hoch!



      Also auf den Grat und langsam aber sicher nähern wir uns den steilen Passagen, wo es dann „klettern“ heißt. Mir ist ganz schön mulmig, da ich nicht komplett schwindelfrei bin. Allerdings habe ich durch etliche Alpenwanderungen einen sicheren Tritt und traue mir die Kletterei zu. Wenn der Abgrund nur nicht so steil und tief wäre…



      Aber egal, ich nehme meinen Mut zusammen und wir klettern an den Ketten entlang hinauf. Zwischendurch schaue ich mal kurz zurück und denke: „ob ich hier wieder heil runter komme?“
      Nach relativ kurzer Zeit sind wir dann bereits oben auf dem kleinen Plateau. Außer uns sind noch ein paar andere Wanderer oben, überwiegend aus Europa bzw. aus der Schweiz. Überhaupt haben wir auf dieser Reise viele Schweizer getroffen, die meisten waren für mehr als sechs Monate unterwegs.



      Auch hier oben ist es still. Kein Lärm, alle sitzen nur da und staunen über die Aussicht. Wir bleiben eine gute halbe Stunde oben, machen ein paar Fotos und begeben uns auf den Rückweg. Der ist dann deutlich einfacher als ich gedacht habe. Anscheinend habe ich mich an die schmalen Wege und den tiefen Abgrund gewöhnt und kann relativ entspannt, aber natürlich vorsichtig wieder hinunter klettern. Dennoch sind wir froh, als wir wieder auf dem Grat sind und kurz danach den Scout Lookout erreichen. Am Nachmittag sind wir wieder unten und verbringen den Rest des Tages bis zum Sonnenuntergang im Canyon bzw. auf dem Zeltplatz. Das war eine aufregende Wanderung, die mir bis heute sehr in Erinnerung geblieben ist. Und weil ich sie im Nachhinein so toll fand, bin ich 1991 dann noch einmal hoch…

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    • Bernd schrieb:

      ...tja der Zion NP war für uns eine positive Überaschung, auch wenn wir bei unseren ersten Besuch kein Glück mit dem Wetter hatten... dafür habe ich immer noch die besten Erinnerungen an den idyllischen Campground
      Ja, uns hat er auch positiv überrascht. Wenn man aber als Ersttäter zunächst im Bryce ist und von den Hoodoos erschlagen wird, wirkt der Zion zunächst erst einmal langweilig.
      Was die Campgrounds angeht, hatten wir in den letzten Tagen auch noch sehr positive Erfahrungen (GC und MV).

      Edit: freut mich, dass ja doch jemand den Bericht liest - ansonsten ist im Forum ja eher „tote Hose“.
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    • wollte mich nur mal kurz wieder melden, damit Du Dir nicht so allein vorkommst.

      Ich lese auch nach wie vor begeistert mit und finde das wirklich spannend. Da freue ich mich wirklich immer schon, wenn es weiter geht. Da bin ich wirklich fast ein bisschen neidisch, vor allem weil es damals halt noch deutlich ruhiger und weniger überlaufen war.

      Naja, meistens ist es ja auch heute so, dass es schnell deutlich ruhiger wird, wenn man ein Stückchen zu Fuß geht und dabei noch möglichst die Hauptwanderwege verlässt.
    • 20. Tag: Auf nach Las Vegas

      Heute geht es „zurück in die Zivilisation“ – wenn man das so bezeichnen darf. Wir packen alles zusammen und fahren wieder Richtung I-15, auf der wir dann bis Las Vegas fahren.



      Wir kommen von Norden in die Stadt und suchen als erstes eine Unterkunft. In einem Casino möchte Stefan nicht wohnen, also suchen wir ein Motel. Mit Hilfe des Let’s Go finden wir in Downtown Las Vegas ein kleines Motel neben dem El Cortez Casino. Streng genommen gehört es sogar dazu, jedenfalls muss bzw. darf man im El Cortez parken und kann dann zum auf der anderen Straßenseite gelegenen Motel gehen. Dass die Gegend nicht so die beste ist, merken wir dann am Abend, aber da hatten wir schon alles bezahlt – also bleiben wir.

      Da es noch relativ früh ist, möchte ich mir gerne Downtown ansehen. Die „Fremont Street Experience“ gibt es noch nicht, die Casinos sehen bei Tag auch nicht wirklich einladend aus. Dem entsprechend hat Stefan keine Lust mitzukommen und möchte sich auf dem Zimmer ausruhen. Ich gehe also alleine los zur Fremont Street und durchstöbere die Casinos. Es reizt mich ja, ein bisschen zu spielen, aber irgendwie bin ich auch zu geizig, das Urlaubsgeld zu verzocken – bis ich einen Roulettetisch sehe, an dem man nur 25ct einsetzen muss. Da kann ich es ja mal versuchen. Ich setze mich auf einen freien Platz und lasse mir ein paar Chips geben. Und wie das bei „Ersttätern“ so ist, gewinne ich tatsächlich ein paar Dollar.

      Daraufhin werde ich leichtsinnig und setze einen ganzen Dollar (!!! - :kichern: ) auf eine Zahl. Welche, natürlich die 17 als alter Achim Reichel Fan. Im Lied setzt „der Spieler“ alles auf die 17, und die 17 fällt! Ich mache das also auch (natürlich nur den Dollar) – und die 17 fällt! Ups, 35$ gewonnen. Davon werden noch ein paar verspielt, dann kommt aber der Geiz zurück und ich gehe mit 30$ Gewinn aus dem Casino. Tja, das Abendessen ist gerettet. Dazu gehen wir abends ins El Cortez und ans Büffet. Später trinken wir noch in der Sportsbar einen Absacker auf den Gewinn und gucken NBA Finals (Detroit Pistons vs. Portland Trail Blazers). NBA haben wir eigentlich immer auf der Reise geguckt, wenn ein Fernseher in der Nähe war. Immerhin spielten damals im Halbfinale die Pistons gegen die Chicago Bulls mit Michael Jordan. Und da wir beide im Lehrstuhl-Basketball-Team spielen und ich darüber hinaus auch noch im Verein, ist es natürlich klar, dass wir die Spiele verfolgen.

      21. Tag: Las Vegas

      Heute ist Sightseeing angesagt, aber nicht nur in Las Vegas. Zunächst geht es daher zum Hoover Dam, wo wir eine Kraftwerksbesichtigung machen. Man kann (auch heute noch) Führungen durch den Damm bis hinunter ins Kraftwerk machen. Wir dürfen sogar in die Turbinenhalle, was heute aus Sicherheitsgründen nicht mehr gestattet ist.



      Nach dem Ausflug geht es zurück nach Vegas und wir sehen uns noch die Casinos auf dem Strip an. Damals stehen da deutlich weniger Gebäude als heute und etliche der Casinos, die wir sehen, existieren heute nicht mehr (z.B. Dunes, Sands, Aladdin…). Wir verbringen die Zeit auf dem Strip und bleiben bis in den Abend, um noch ein paar Aufnahmen von den Neonreklamen zu machen. Außerdem juckt es mich dann doch noch einmal und ich spiele an einem 50ct-Tisch noch einmal Roulette. Ein paar Mal habe ich tatsächlich wieder Glück und es springen weitere 50$ Gewinn heraus. Die habe ich dann 1991 beim nächsten Besuch gepflegt wieder verloren :) .



      22. Tag: Von Vegas zum Grand Canyon

      Heute ist wieder Fahren angesagt. Wir verlassen Las Vegas in Richtung Süden und fahren nach Arizona. Da wir die Route 66 nicht auf dem Schirm haben, geht es über die US93 auf die I-40 bis Williams und von da nordwärts in den Grand Canyon National Park. Auch hier finden wir relativ problemlos einen Zeltplatz und machen es uns für die nächsten zwei Nächte gemütlich.



      Am späten Nachmittag fahren wir noch die Viewpoints am westlichen Rim ab, für mehr reicht es heute nicht. Aber das ist auch nicht notwendig, denn der morgige Tag wird uns sowieso komplett alles abverlangen.
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    • Also ich bin auch noch da :) Klingt für mich sehr spannend, vor allem zu dieser Zeit! Damals planten wir nach der Wende unseren allerersten Urlaub jenseits des ehemaligen eisernen Vorhangs, an der Adria ;) An Ziele auf der anderen Seite des Atlantiks war noch nicht zu denken... Wie schön, dass ich nicht erst auf die Zeit als Rentner warten musste, um auch reisen zu können :)

      Die relative Einsamkeit in den Nationalparks war sicher ein tolles Erlebnis! Also bitte sehr gern weiter berichten!

      LG, Marlies
    • 23. Tag: Grand Canyon complete

      Noch vor dem Sonnenaufgang sind wir wach und frühstücken ausgiebig. Heute brauchen wir enorm viel Energie. Wir packen etliches an Vorräten sowie reichlich Wasser in die Tagesrucksäcke und dann geht das Abenteuer los. Um 6:30 (?) besteigen wir den „Hikers Shuttle“, der uns zum Trailhead des South Kaibab Trails bringt. Was haben wir vor? Na klar: „Grand Canyon complete in one day – from rim to river to rim“. Seit ich 1986 die Wanderung zum Plateau Point vom Bright Angels Trail aus gemacht hatte, hatte ich immer den Plan, einmal bis ganz hinunter zu laufen. Und da eine Übernachtung auf der Ranch auch damals schon schwer zu bekommen war bzw. auch nicht ins Budget passte (die Campingausrüstung runterschleppen war keine Option für uns), musste die Wanderung halt an einem Tag erfolgen.

      Da es heute eine lange Wanderung wird, müssen wir uns beim Abstieg beeilen. Und tatsächlich, mit ein paar kurzen Fotostopps schaffen wir es tatsächlich, in ca. zweieinhalb Stunden unten am Colorado zu sein, 1450 m tiefer. Dort geht es zunächst über die Kaibab Bridge auf die andere Seite und dann am Colorado entlang bis zur Phantom Ranch. Dort kommen wir gegen 10:00 an. Außer uns sind einige andere Touristen hier, die allerdings alle hier übernachtet haben. Die meisten sind bereits zum Aufbruch bereit bzw. warten auf die Maultiere für einen Rücktransport.

      Wir machen es uns erst einmal im Schatten gemütlich – noch ist es nicht besonders heiß. Das wird sich dann später deutlich ändern, und uns alles abverlangen. Wir essen etwas, trinken reichlich und ruhen uns aus. Der Gewaltritt in den Canyon hat seinen Tribut bei den Knien gefordert. Aber das hilft alles nichts, wir müssen ja wieder hoch. Also füllen wir nach ca. einer Stunde unsere Wasserflaschen und machen uns auf den Weg.

      Auf dem Rückweg merken wir relativ schnell, dass die Idee schon etwas verwegen war. Mir war schon klar, dass der Bright Angel Trail deutlich länger ist als der South Kaibab. Daraus hatte ich aber messerscharf geschlossen, dass der Trail (mit Ausnahme des Stücks zum Plateau Point, welches ich ja schon kannte) nicht so steil ist. Falsch! Da man das untere Stück des Trails von oben ja nicht einsehen kann, entgeht einem, wenn man sich keine vernünftige Karte besorgt, dass der Trail ein ganzes Stück am Fluss entlang verläuft, bevor es dann in die Steilwand Richtung Indian Gardens geht. Tja, du müssen wir jetzt durch. Wir wandern am Fluss entlang und empfinden den Weg als superöde und „doof“. Als wir dann endlich an die Stelle gelangen, wo der Trail dann rasant ansteigt, hat dann die Sonne den Canyon auch bereits ordentlich aufgeheizt. Ich schätze, dass es wenigstens 40°C sind. Dementsprechend sind wir froh, dass wir im unteren Teil des Canyons immer wieder Schatten haben, was die Wanderung deutlich erleichtert. Trotzdem sind unsere Wasserflaschen kurz vor Indian Gardens leer. Hier ist übrigens die einzige Wasserstelle auf dem gesamten Trail. Heute ist das anders, mittlerweile gibt es drei, auf den Trail verteilt.

      Wir machen Pause, füllen danach unsere Vorräte auf und gehen langsam weiter. Hinter Indian Gardens geht der Trail dann auch relativ zügig in die „finalen“ Serpentinen bis zum Rim über. Das ist jetzt das nervigste Stück des ganzen Tages. Nicht nur, dass der Trail total ausgetreten und sandig ist, da hier der meiste „Verkehr“ herrscht. Obendrein kommen jetzt auch die Mulikarawanen von oben und unten. Außerdem sind die permanenten „Hinterlassenschaften“ der Tiere auch nicht wirklich prickelnd.

      Also quälen wir uns die – in unserer Wahrnehmung – endlosen Serpentinen hoch und sind froh, als wir nach ca. sechs Stunden (mit der ausgiebigen Pause an Indian Gardens) oben ankommen. Wir sind verschwitzt, verstaubt und müssen fürchterlich ausgesehen haben. Jedenfalls spricht uns ein Ranger an, ob alles ok wäre. Das ist es, da wir uns relativ schnell wieder erholen (ok, die Füße brennen…). Wir sagen ihm also: „we’re fine.“ Daraufhin fragt er uns, wo wir denn waren. Wir: „at the Phantom Ranch.“ Daraufhin er: „where is your sleeping gear?“ Wir: „we did it in one day, starting this morning on South Kaibab.“ Er guckt uns dann ungläubig an, bemerkt unseren Akzent, schüttelt schmunzelnd den Kopf und sagt: „you must be from Switzerland”…

      Wir verabschieden uns vom Ranger und lassen ihn in seinem Glauben. Danach geht es zurück zum Zeltplatz. Wir trennen uns von Rucksack und Wanderschuhen und gehen Duschen. Danach wird der Mini-Mart am Campingplatz aufgesucht und ein paar Dinge zum Abendessen besorgt. Und da ich das sogar fotografiert habe, weiß ich heute noch, dass es --- “Mac ‚n‘ Cheese“ gab.

      Und zur Feier des Tages gönnen wir uns auch ein Twelvepack „Michelob“. Ich habe nie geahnt, dass amerikanisches Bier so gut schmecken kann. Vom Twelvepack hat dem entsprechend auch nicht viel überlebt. Überhaupt habe ich nur einmal – während einer 180-km-Radtouristik im Sauerland bei ca. 30 °C – ähnlich viel Flüssigkeit zu mir genommen wie an dem Tag. Ich schätze, es werden mehr als 7 Liter gewesen sein.

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    • 24. Tag: Vom Grand Canyon zum Monument Valley

      Am nächsten Morgen wachen wir früh auf. Es ist noch kalt und wir strecken erst mal die müden Knochen. So ein bisschen merkt man den gestrigen Tag doch noch.

      Wir packen und fahren vom Zeltplatz Richtung Osten den Rim entlang. Wir nehmen noch ein paar Aussichtspunkte mit und auch den Watchtower.


      Danach verlassen wir den Nationalpark und steuern das nächste Ziel an. Wenn wir jetzt schon im „Wilden Westen“ sind, müssen wir natürlich auch zu den Indianern und da insbesondere ins Monument Valley.

      Das ist auch damals schon ein „Tribal Park“ und wir dürfen Eintritt bezahlen. Das „View“ gibt es noch nicht. An der Stelle ist ein Zeltplatz. Wer ein Dach über dem Kopf haben will, muss außerhalb des Monuments übernachten. Wir nicht, daher belegen wir einen Platz für unser Zelt. Danach geht es auf ins Valley. Unser Wagen meistert die doch ziemlich holprige Straße bravorös , wobei die Stelle direkt an der Einfahrt ins Valley schon damals nicht ohne ist. Aber „Blubbermotor“, erster Gang und Heckantrieb – geht doch…



      Wir holpern also durch die Buttes und schießen einige Fotos. Danach geht es zurück zum Zelt. Während des Abendessens können wir dann einen tollen Sonnenuntergang bestaunen.



      Nachts machen wir dann einen Riesenfehler. Da es ziemlich warm ist, schließen wir nur das Insektennetz vom Zelt. OK, vor Insekten sind wir geschützt. Aber was ist mit dem ganzen feinen, roten Sand, den uns der nachts auffrischende Wind ins Zelt fegt. Am Morgen danach sehen wir jedenfalls ziemlich „paniert“ aus.
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    • Traumhaft, die Wanderung zur Phantom Ranch steht bei mir auch noch auf dem Plan. Aber wie habt ihr das denn damals recherchiert? Im Reisebüro haben sie Euch das doch bestimmt nicht vorgeschlagen :kichern:

      Cool, ganz entspannt auf einem Campingplatz im Monument Valley übernachten. Schön das alles noch so anderes erlebt zu haben, so ganz ohne die Massen oder riesen Gebäude wie das View.

      Waren das Eure Wanderschuhe auf dem Stein? :blink:
    • Demo schrieb:

      Traumhaft, die Wanderung zur Phantom Ranch steht bei mir auch noch auf dem Plan. Aber wie habt ihr das denn damals recherchiert? Im Reisebüro haben sie Euch das doch bestimmt nicht vorgeschlagen
      Ich hatte ganz zu Anfang geschrieben, dass wir ausschließlich den Reiseführer "Let's Go USA" benutzt haben. Ein spezieller Reiseführer für Studenten, Rucksacktouristen etc. Dort waren auch einige Angaben zum Grand Canyon und der Phantom Ranch ausgeführt. Außerdem war ich 1986 ja schon einmal am "großen Loch" und wusste von daher, dass es äußerst schwierig war, spontan eine Übernachtung dort zu bekommen. Und Monate vorher per Brief was zu reservieren, stand überhaupt nicht auf dem Plan. Letztendlich sind wir eh' nach dem Motto gereist "der Weg ist das Ziel".

      Im Reisebüro haben wir lediglich die Flüge, die Zugfahrt und den Mietwagen gebucht.

      Demo schrieb:

      Cool, ganz entspannt auf einem Campingplatz im Monument Valley übernachten. Schön das alles noch so anderes erlebt zu haben, so ganz ohne die Massen oder riesen Gebäude wie das View.
      Absolut, wobei ich das View jetzt nicht so schlecht fand. Es passt sich ja ganz gut in die Landschaft ein. Aber Du hast recht, der Campingplatz an ganz genau derselben Stelle hatte was.

      Demo schrieb:

      Waren das Eure Wanderschuhe auf dem Stein?
      Ja, meine waren von Adidas (die linken).
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    • 25. und 26. Tag: Vom Monument Valley zurück nach Colorado

      Wir packen (mal wieder) unsere Sachen und machen uns auf den weiteren Weg zurück Richtung Colorado. Diesmal ist der Mesa Verde National Park das Ziel. Wo und wie wir dort übernachtet haben, kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen. Allerdings geben meine Aufzeichnungen über die Ausgaben her, dass wir einen „Stay“ mit 22,50$ bezahlt haben. Das lässt auf ein preiswertes Motel schließen und passt definitiv zu dem Bedürfnis, nach der Nacht im Monument Valley zu duschen.

      Wir fahren also nach Colorado und verbringen entweder diesen Nachmittag und/oder den nächsten Vormittag im Mesa Verde. Genau erinnern kann ich mich nicht und auch die Aufzeichnungen und Fotos geben nicht viel her. Da der Park aber mit viel Fahrerei verbunden ist, ist die Annahme „und“ vermutlich richtig. Daher habe ich die beiden Tage zusammen „gepackt“ und hänge einfach die im Mesa Verde gemachten Bilder an. Besichtigt haben wir jedenfalls alles, was ging und waren auch mit einer Führung im Cliff Palace.



      Am Ende vom 26. Tag fahren wir dann weiter zum nächsten Ziel, dem Black Canyon of the Gunnison, damals noch ein National Monument. Auch dort wird wieder gezeltet, und der Platz ist (damals) sogar kostenlos…
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    • 27. Tag: Black Canyon of the Gunnison

      Heute steht unsere letzte Wanderung an. Als ob es nicht reichen würde, im Bryce und Grand Canyon bis zum Boden zu laufen, haben wir das auch hier vor. Wir gehen zum Visitor Center und tragen uns in eine Liste ein. Für die geplante „Gunnison Route“ braucht man heute ein „Wilderness Permit“. Damals reicht es, sich im Visitor Center einzutragen bzw. abzumelden.



      Wir gehen also los und nach kurzer Zeit auf einem normalen Trail geht es steil hinunter auf einem mehr oder weniger gut erkennbaren Trampelpfad. Wir verlieren rasch an Höhe und sind in relativ kurzer Zeit bereits auf der halben Höhe. Danach wird es noch abenteuerlicher, weil der Trail immer weniger betreten bzw. erkennbar ist. Irgendwie schaffen wir es aber, auf dem Pfad zu bleiben und so stehen wir nach knapp anderthalb Stunden am Gunnison River. Wow, was für eine Sicht nach oben. Der Canyon ist zwar „nur“ 550 m tief, aber die Wände sind extrem steil und es ist ziemlich eng.



      Wir treffen noch ein paar andere Wanderer, von denen einer tatsächlich zum Angeln hinunter gestiegen ist. Danach sind wir aber wieder alleine und laufen ein wenig am Fluss entlang. Schön ist es hier. Keiner zu sehen. Nur wir, der Canyon, der Fluss und eine Menge Vögel. Wir machen Rast an einem großen Stein am Fluss, der quasi wie ein Picknicktisch aussieht, wozu wir ihn auch benutzen. Danach geht es auf den Rückweg.



      Tja, und jetzt passiert es. Der Angler, den wir vorhin am Trailende getroffen haben, ist nicht auffindbar, ebenso wenig der Trail. Wir laufen ein ganzes Stück den Fluss entlang, finden aber keinen Einstieg in den Hang. Mist, jetzt haben wir uns doch tatsächlich verlaufen. Eine Topokarte haben wir nicht und so fragen wir uns: „was jetzt?“ Eine Möglichkeit wäre, dem Fluss solange zu folgen, bis er aus dem Canyon heraus kommt. Dann gäbe es vielleicht die Möglichkeit, jemanden zu finden, der uns wieder zurück bringen kann. Wir müssten dann ca. 5 bis 6 km am Fluss entlang laufen mit der Hoffnung, dass das auch geht. Da wir das aber nicht versuchen wollen, wollen wir eine „Einstiegsstelle“ in den Hang suchen, um so nach oben zu kommen und hoffentlich den Trail wieder zu treffen. Wir laufen also wieder ein Stück zurück und nehmen die Stelle, die am vielversprechensten ist. Stefan geht voran und ich folge ihm mit ein paar Meter Abstand. Wir klettern langsam höher und verfluchen unsere Blödheit und das Unterholz, durch das wir durch müssen. Plötzlich tritt Stefan dann auch noch auf eine Felsplatte, so meint er jedenfalls. Die Platte entpuppt sich aber als verdeckter großer Stein, der sich löst und genau in meine Richtung kullert. Ich springe etwas zur Seite und das Teil poltert zwei Meter neben mir den Hang hinunter und fällt dann mit Getöse nach unten. Puuh!!!



      Wir klettern weiter und tatsächlich sehen wir nach ungefähr einem Drittel der Strecke den Pfad. Gott sei Dank!!! Erleichtert betreten wir den Pfad und klettern weiter nach oben, wobei das jetzt auch nicht viel einfacher ist als vorher querfeldein. Fix und fertig, vor allem mit den Nerven, kommen wir wieder oben an und gehen zunächst zum Visitor Center, um uns auszutragen. Der Ranger merkt, dass wir ziemlich abgekämpft sind und fragt, ob alles OK sei. Die Querfeldeinnummer verschweigen wir besser mal und sagen nur, dass der Weg doch ganz schön „strenuous“ sei. Daraufhin guckt er auf seine Uhr, merkt, dass wir nach (für ihn) relativ kurzer Zeit wieder da sind und fragt (Achtung: Deja vu!), ob wir denn unten waren. Wir bejahen dass und er fragt: „you’re from Europe, right?“ Naja, wenigstens sind wir diesmal keine Schweizer. :kichern:

      Das war’s dann auch hier und wir beschließen den Tag auf dem Zeltplatz.

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    • Da jetzt nur noch drei Bilder folgen, packe ich die letzten drei Tage mal zusammen...

      28. Tag: Rückfahrt nach Denver


      Der letzte Tag unserer Tour ist ziemlich ereignislos. Wir fahren einfach nur zurück nach Denver und kommen dort relativ früh an. Diesmal übernachten wir in einem anderen Hostel. Wir entladen das Auto, das übrigens mittlerweile eine deutlich andere Farbe hat. Die Spuren aus dem Monument Valley sind unübersehbar.



      Danach packen wir alles reisegerecht und sind somit für die Rückreise bereit. Im Übrigen habe ich bei Northwest angerufen, um den Flug rückzubestätigen. Dabei bekomme ich gesagt, dass der ursprüngliche Flug von Denver nach Boston (von wo es dann weiter nach AMS gehen soll) gestrichen wurde und wir früher los müssen, weil es jetzt mit einer Zwischenlandung in Minneapolis nach Boston geht.

      29. und 30. Tag: Rückreise nach Düsseldorf

      Wir verfrühstücken unsere letzten Vorräte und danach geht’s zu Alamo. Der Wagen hat uns auf den 3.826 Meilen (6.150 km) gute Dienste geleistet. Der Dreck interessiert keinen und auch die fette Beule in der Motorhaube, die entstanden ist, weil Stefan ja unbedingt darauf sitzen wollte, ist nicht weiter beachtenswert.

      Der Shuttlebus bringt uns zum Terminal, wo wir dann in den geänderten Flug einchecken. Also checken wir ein, das Gepäck verschwindet auf dem Band und wir treten unsere Heimreiseodyssee an. Gottseidank sind wir so zeitig in Boston, dass wir den Flug nach AMS erreichen.



      Zu den Flügen gibt es nix zu sagen, außer dass alles pünktlich war und geklappt hat.

      Wir landen also relativ pünktlich in Düsseldorf, nehmen unser Gepäck nach etwas Sucherei in Empfang (unsere Rucksäcke waren als Sperrgepäck deklariert worden) und fahren mit der S-Bahn zurück nach Hause. 30 Tage Abenteuerurlaub sind zu Ende.
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    • Fazit:

      Dies war meine zweite USA-Reise und die erste mit einem Mietwagen. Wir sind völlig spontan gereist und haben eigentlich immer erst ein paar Tage vorher gewusst, wo wir eigentlich hinwollten, auch wenn das im Bericht vielleicht nicht ganz so rüber gekommen ist. Gefahren sind wir über 6.000 km, was hauptsächlich dem großen Abstecher zum Yellowstone zu verdanken ist.

      Es war mit Abstand der Urlaub mit den meisten und auch anstrengensten Wanderungen, die ich je gemacht habe. Aber wie man ja lesen kann, ist dadurch auch viel im Gedächtnis hängen geblieben und die (Kosten-)Aufzeichnungen und Fotos sowie ein bisschen Nachhilfe aus dem Internet (z.B. Golden Gate Canyon und Pearl Lake, die hatte ich so nicht mehr in Erinnerung) haben geholfen, die Erinnerungen nieder zu schreiben.

      Zum Budget kann ich nicht viel sagen. Wir haben uns häufig selbst versorgt, die Campingplätze lagen pro Nacht unter 10$ und die teuerste Übernachtung war im Alpine Motel mit 29$ pro Nacht. Ich hatte 750$ in bar bzw. Reiseschecks dabei, die bis auf 40$ komplett draufgegangen sind. Was ich mit Kreditkarte gezahlt habe, weiß ich nicht mehr – die Abrechnungen habe ich vor langer Zeit entsorgt. Auch zum Flugpreis und Mietwagen kann ich nichts mehr sagen.

      Tja, und jetzt, 29 Jahre später, stehe ich vor meiner siebzehnten Reise. Und wieder wird es Neues zu sehen geben – ich freue mich schon total drauf.

      So Long…
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