Great Mountain Circle long ago

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    • Great Mountain Circle long ago

      Liebe Forumsgemeinde,
      nachdem @Bernd seinen historischen Bericht beendet hat, frage ich mich, ob ihr auch einen zweiten Bericht in dieser Art „vertragt“. Ich bin vom 20.5. bis 18.6.1990 mit meinem damaligen Arbeitskollegen durch die Rockies gereist (in etwa ähnlich wie 2017) und wir haben damals so ziemlich alles mitgenommen, was ging. Die Anzahl der Fotos ist natürlich begrenzt und die Qualität der eingescannten Dias überschaubar (die Fuji-Dias haben massiv Blaustich nach über 25 Jahren - Gottseidank waren nicht alle Filme von Fuji...)
      Wie siehts aus?
      VG, Burkhard.
      Erste "Berührung" 1986 - häufig in den 90ern und seit 2015 wieder regelmäßig...

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    • OK, dann lege ich mal los...
      Wie bereits geschrieben, sind die Fotos eingescannte Dias, die z.T. erhebliche Farbänderungen "erfahren" haben, die ich beim besten Willen beim Einscannen nicht mehr ausgleichen konnte. Fotografiert habe ich mit einer Nikon FE2 mit einem 35-105 "Immerdrauf" (aus Platz- und Gewichtsgründen)
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    • "Great Mountain Circle long ago"
      Eine Reise in die Vergangenheit (20.05. - 18.06.1990)

      Vorbemerkung

      Nachdem ich 1986 einen mehrmonatigen Austauschaufenthalt in Kanada mit einer anschließenden Busreise durch die USA absolviert hatte, blieb der Gedanke, noch einmal zurückzukommen und die Gegenden zu besuchen, die ich damals nicht sehen konnte. Nach dem Studium ging es aber zunächst für ein paar Monate nach „down under“, bevor ich dann 1990 meinen Arbeitskollegen Stefan vom Lehrstuhl (ich war damals wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dortmund) überzeugen konnte, eine vierwöchige Rundreise durch die Rocky Mountains zu unternehmen. Da unser Budget knapp war, war klar, dass es eine Reise mit preiswerten Unterkünften in Form von Hostels, preiswerten Motels und vor allem Zeltplätzen werden sollte.

      Also wurde ein bisschen vorgeplant, wenn auch bei Weitem nicht so akribisch, wie heute. Klar war, dass der Startpunkt Chicago sein sollte mit einem Besuch bei meinem Freund Jim. Die Weiterfahrt sollte dann nach Denver erfolgen und von dort war eine Mietwagenrundreise für knapp dreieinhalb Wochen vorgesehen. Einen groben Zeitplan hatten wir zwar, aber letztendlich haben wir die Route mehr oder weniger spontan vor Ort entschieden. Die einzige Hilfe hatten wir in Form des Studentenreiseführers "Let's Go USA", den wir auch ausgiebig genutzt haben. Hotel vorbuchen? No way – das kam für uns damals nicht in Frage.

      Das Einzige, was wir vorbuchten, war der Flug, die Weiterreise nach Denver und der Mietwagen. Nach ausgiebiger Beratung im Reisebüro an der Uni entschieden wir uns für einen Flug mit Northwest Airlines von Düsseldorf über Amsterdam und Detroit nach Chicago. Der Rückflug sollte dann von Denver über Boston nach Amsterdam und weiter nach Düsseldorf gehen. Für die Reise von Chicago nach Denver entschieden wir uns für Amtrak – eine Nachtfahrt mit dem „California Zephyr“. Der Mietwagen wurde bei Alamo bestellt. Alle Buchungen liefen übers Reisebüro.

      Zur Vorbereitung mussten natürlich noch diverse Campinggegenstände erstanden werden. Ein Zwei-Mann-Trekkingzelt hatte ich bereits 1986 in Chicago erstanden; und da ich diesmal etwas besser ausgestattet sein wollte, habe ich den Globetrotter-Laden in Bochum „leergekauft“: ein neuer Wanderrucksack, eine Thermarest-Isomatte, ein superleichter Trekkingschlafsack, ein Trangia Spirituskocher und noch diverse andere Accessoires.

      So ausgerüstet, konnten dann die Rucksäcke gepackt werden und am Samstag abend waren wir abfahrtbereit.
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    • Ich mach morgen weiter, muss aber leider sagen, dass es in den ersten Teilen nur wenig Bilder gibt. Ich habe sechs Filme (219 Bilder) verschossen, und nicht alle Bilder sind was geworden, mal abgesehen von den Farbstichen. Aber dafür habe ich heute ein paar Unterlagen von damals beim Stöbern gefunden, so dass es durchaus was zu erzählen gibt.
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    • Demo schrieb:

      Super das es schon los geht!

      Ich finde gerade diesen Farbstich bei den älteren Bildern total cool und er gehört einfach dazu. Den Zahn der Zeit werden wir in 20 Jahren bei unseren Digitalen Bildern nicht mehr sehen können.
      Na warte mal ab, bis ich die ersten hier einstelle. Im Moment bastel ich grade noch an der Strecke, da ich fast alles aus dem Gedächtnis aufschreibe.
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    • Ja, ich finde die alten Bilder auch richtig toll. So war die Fotografie eben. Eigentlich war das zu damigen Zeiten viel schwieriger ohne Hilfsmittel tolle Bilder zu machen. Heute hat das ja nicht mehr viel mit der damaligen Fotografie zu tun. Wenn ich bei meiner Fuji sehe, was die out of the box für Knallerbilder bringt...da trauer ich den alten Zeiten schon ein bissl nach. Soll jetzt nicht heißen, dass mir die heutigen Fotos nicht gefallen. Aber war schon anders.
      Micha
      Highlights des Südwestens: canyon-trails.de
    • burki schrieb:

      Demo schrieb:

      Super das es schon los geht!

      Ich finde gerade diesen Farbstich bei den älteren Bildern total cool und er gehört einfach dazu. Den Zahn der Zeit werden wir in 20 Jahren bei unseren Digitalen Bildern nicht mehr sehen können.
      Na warte mal ab, bis ich die ersten hier einstelle. Im Moment bastel ich grade noch an der Strecke, da ich fast alles aus dem Gedächtnis aufschreibe.
      Bin gespannt! Aber alles aus dem Gedächtnis... Respekt, da wäre ich chancenlos verloren!

      Micha schrieb:

      Ja, ich finde die alten Bilder auch richtig toll. So war die Fotografie eben. Eigentlich war das zu damigen Zeiten viel schwieriger ohne Hilfsmittel tolle Bilder zu machen. Heute hat das ja nicht mehr viel mit der damaligen Fotografie zu tun. Wenn ich bei meiner Fuji sehe, was die out of the box für Knallerbilder bringt...da trauer ich den alten Zeiten schon ein bissl nach. Soll jetzt nicht heißen, dass mir die heutigen Fotos nicht gefallen. Aber war schon anders.
      Ja, dass war schon ne ganz andere Zeit als man erst nach dem entwickeln des Filmes die Ergebnisse gesehen hat...
      Fuji? Ich bin auch vor einem guten Jahr von Sony komplett auf Fuji (XT2) umgestiegen und bin total begeistert :)

      Burkhard ich hoffe etwas off topic ist erlaubt? :offtopic:
    • Demo schrieb:

      Bin gespannt! Aber alles aus dem Gedächtnis... Respekt, da wäre ich chancenlos verloren
      Naja, ich hab ja geschrieben, dass ich ein paar alte Unterlagen gefunden habe. Zum einen den Jugendherbergsausweis mit Datumsstempel aus den Nationalparks und z.T. auch Hostels, zum anderen die Aufzeichnungen, wann wir was wofür ausgegeben haben. Auch wenn dort manchmal nur "Park" oder"Stay" bzw. "Camp" steht, krieg ich das noch einigermaßen hin.

      Demo schrieb:

      Burkhard ich hoffe etwas off topic ist erlaubt
      Nein, natürlich nicht, never ever. Nee, war Spass, ist kein Thema, solange es nicht wie in @lunchen's Bericht im blauen Forum bzw. in der WhatsApp-Gruppe zugeht. :crazy:
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    • 1. Tag: Anreise nach Chicago

      Am frühen Sonntagmorgen geht es los. Stefan kommt bei mir vorbei, wir schultern unsere „Ausrüstung“ und laufen zur S-Bahn-Haltestelle. Wir zockeln mit der Bahn bis zum Düsseldorfer Flughafen und checken unser Gepäck ein – zwei vollgepackte Wanderrucksäcke mit Zelt, Isomatte und Schlafsack…
      Der Zubringerflug bringt uns nach Amsterdam, wo dann der Jumbo von Northwest auf uns wartet. Wir steigen ein und verbringen einen ziemlich ereignislosen Flug in die USA nach Detroit. Ich kann mich noch an das Essen erinnern. Das war nicht wirklich gut –„Nudelpampe“, aber der Hunger hat‘s reingetrieben.

      In Detroit angekommen, dürfen wir dann erst durch die Einreisekontrolle, was problemlos verläuft. Ich hatte noch von 1986 ein gültiges Visum und Stefan’s „Visa Waiver“ wird auch problemlos akzeptiert.

      Danach holen wir unsere Rucksäcke vom Band und dürfen durch die Zollkontrolle. Tja, und dann erleben wir, was passiert, wenn man „verdächtig“ ist. Mit unseren Wanderrucksäcken und den entsprechenden „Outdoor“-Klamotten sehen wir offensichtlich so aus, als wenn wir verbotene Substanzen dabei hätten. Also werden wir aus der Schlange heraus geholt und in einen Nachbarbereich geführt. Dort werden wir und unser Gepäck komplett durchsucht. Selbst die Filmdose, in die ich Streichhölzer gepackt hatte, darf ich ausschütten. Das unsere Zahnpastatuben nicht ausgedrückt werden, fehlt grade noch. Lustig ist aber, dass ich eine Metallflasche mit Brennspiritus für den Kocher dabei habe, da es das Zeug in den USA nicht überall gibt. Der Officer öffnet die Flasche, riecht dran, verzieht das Gesicht, sagt angewidert „Schnnnaappps!!!“ ––– und gibt mir die Flasche wieder zurück. Offensichtlich interessiert ihn der Inhalt nicht weiter. Die ganze „Durchsuch-Prozedur“ dauert knapp eine dreiviertel Stunde und anschließend brauchen wir noch fast fünfzehn Minuten, um alles wieder ordentlich zu packen. Danach dürfen wir die Beine in die Hand nehmen und rennen zum Aufgabeband, um das Gepäck wieder aufzugeben. Zum Gate ist dann auch noch ein ganzes Stück und wir werden kurz vor Erreichen des Gates auch bereits ausgerufen. Da sieht man, dass knapp drei Stunden Aufenthalt bei der Einreise auch schon mal nicht ausreichen können.

      Völlig durchgeschwitzt betreten wir dann den Flieger – wie gut, dass wir in einer Zweierreihe sitzen. Die restliche Anreise nach Chicago verläuft problemlos. Wir landen pünktlich, nehmen unser Gepäck vom Band (was jetzt sehr schnell geht, ist ja schließlich ein „domestic flight“) und verlassen den Ankunftsbereich. Draußen wartet bereits Jim auf uns, begrüßt uns herzlich und danach fahren wir mit dem „L“ (blue line) in die City. Jim wohnt etwas nördlich und so fahren wir dort noch hin. Wir sind total kaputt, da die Anreise mit zwei Zwischenstopps doch ziemlich gedauert hat. Deswegen gehen wir nur noch eine Kleinigkeit Essen und hauen uns dann aufs Ohr. Leider ist es sehr schwül in Chicago und wir brauchen etwas Zeit, um einzuschlafen.
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    • Demo schrieb:

      burki schrieb:

      Demo schrieb:

      Burkhard ich hoffe etwas off topic ist erlaubt
      Nein, natürlich nicht, never ever. Nee, war Spass, ist kein Thema, solange es nicht wie in @lunchen's Bericht im blauen Forum bzw. in der WhatsApp-Gruppe zugeht. :crazy:
      Haha, sehr schön... Da brauchen wir uns glaub keine Sorgen machen das es so wild zugeht! :)

      In der Gruppe warte ich noch auf die ersten Katzenbilder...
      Hier geht's jetzt gleich aber weiter - diesmal auch mit ersten Bildern.
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    • 2. Tag: Sightseeing in Chicago

      Am nächsten Morgen sind wir relativ früh wach. Jim muss zur Arbeit in die City und wir begleiten ihn ein Stück. Danach heißt es, Chicago erkunden. Ich war ja bereits zweimal hier und so weiß ich in etwa, was man an einem Tag so alles machen kann. Wir machen eine Bootstour auf den See, besuchen den Grant Park (ohne „Bean“, die gab es damals noch nicht). Zum Schluss geht es noch auf den Sears Tower.



      Nach einem Spaziergang zur Magnificent Mile treffen wir uns wieder mit Jim, der uns zum Wrigley Field begleitet – die Cubs haben ein Heimspiel. Leider bekommen wir keine guten Karten und müssen das Spiel hinter einer Säule sitzend verfolgen. Trotzdem ist es schon beeindruckend – mein zweites MLB-Spiel live (nach den Blue Jays 1986).

      Aus meinen Unterlagen geht übrigens hervor, dass der Eintritt in den Tower gerade mal $3,92 und das Baseballticket $5 gekostet hat. Heute zahlt man dafür $24 bzw. $99,68…

      Nach dem Spiel gönnen wir uns noch ein Abendessen (Chicago Style Deep Dish Pizza, wenn ich mich recht erinnere), danach geht es zurück zu Jim’s Wohnung. Wir unterhalten uns noch etwas, dann wird geschlafen – morgen ist wieder Reisetag.
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    • Demo schrieb:

      Fuji? Ich bin auch vor einem guten Jahr von Sony komplett auf Fuji (XT2) umgestiegen und bin total begeistert
      Schon gut, was die so raus bringt! Aber natürlich von der Menüführung ganz anders als z.B. eine Nikon. Ich hab ja "nur" die XT-20. Was mich ja mega ärgert: jetzt hat der Nachfolger einen Stabi mit drin. Wäre zum Filmen schon viel besser. Sonst bin ich aber sehr, sehr zufrieden und Fuji hat Nikon meiner Meinung nach da locker abgehängt.
      Micha
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    • 3. Tag: Zugfahrt nach Denver

      Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Jim, schultern unsere Rucksäcke und fahren in die City. Erster Anlaufpunkt ist die Union Station. Dort checken wir unser Gepäck für die anstehende Reise nach Denver ein. Ja richtig, es ist wie beim Fliegen – Gepäck wird eingecheckt. Der Zug geht erst in ein paar Stunden, also haben wir noch etwas Zeit und schlendern zwischen den Wolkenkratzern herum.

      Kurz nach Mittag sind wir dann wieder am Bahnhof und steigen in den Zug, den „California Zephyr“. Dieser Zug verbindet Chicago mit der Westküste, genau genommen Oakland (mit Bustransfer nach San Francisco). Wir fahren aber nur die halbe Strecke bis Denver. Dafür wird der Zug eine ganze Nacht brauchen und am nächsten Morgen früh in Denver ankommen.

      Dass wir nicht fliegen, liegt daran, dass ich zum einen schon immer mal in Amerika mit dem Zug fahren wollte und zum anderen die Tickets auch deutlich günstiger sind als ein Flugticket. Dafür haben wir allerdings nur Sitzplätze und müssen die Nacht im Sitzen verbringen.

      Pünktlich fährt der Zug am späten Mittag los und fährt Richtung Mississippi. Wir durchfahren Illinois und bei Burlington überqueren wir am Abend die Staatsgrenze und den Fluss, der hier soweit im Norden schon ganz schön breit ist. Danach wird es relativ schnell dunkel und die Fahrt geht weiter durch Iowa und Nebraska Richtung Rocky Mountains. Landschaftlich ist diese Strecke nicht besonders reizvoll und so ist es gut, dass wir nachts fahren. Wir versuchen, es uns auf den „Liegesitzen“ bequem zu machen und ein paar Stunden zu schlafen, was auch einigermaßen gelingt.
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    • 4. Tag: Denver

      Am nächsten Morgen sind wir dann planmäßig und sehr früh in Denver. Wir steigen aus, nehmen unser Gepäck in Empfang und überlegen, was wir machen. Von meinem ersten Aufenthalt her habe ich eine Idee, und so machen wir uns schleunigst mit dem Bus auf den Weg zur geplanten Unterkunft, dem „Denver International Youth Hostel“. Wir treffen früh dort ein und tatsächlich – „er“ ist da und wartet auf Kundschaft. Zunächst aber werden wir erst einmal unsere Rucksäcke los und reservieren zwei Schlafplätze für die Nacht. Danach begrüßen wir „ihn“.

      Wer ist „er“, werdet ihr Euch fragen. Ganz einfach, er heißt James Herbert Kenneson, nennt sich „Professor K“ und zeigt Hostelbesuchern gegen ein kleines Entgelt Denver und die Umgebung. Als ich 1986 das erste Mal in Denver war, habe ich die Tour bei ihm mit einem Kanadier gemacht. Da war Professor K bereits weit über siebzig. Mit den Touren versucht er, seinen Lebensunterhalt zu verdienen – viel Rente ist nicht bzw. gar nicht.

      Auch heute geht er mit uns auf Tour, dabei begleitet uns noch eine junge Frau (Caroline) aus Neuseeland. Wir bezahlen ihn im Voraus, denn von dem Geld bezahlt er alle Fahrtkosten und auch das geplante Essen auf der Tour. Zunächst geht es dann mit dem Bus wieder in die City. Wir durchlaufen die Fussgängerzone, besichtigen ein schönes Einkaufszentrum (inkl. Kaffee und Snack) und ein Besuch beim Capitol mit dem berühmten „Mile-High“-Step darf natürlich auch nicht fehlen. Zwischendurch erzählt uns unser Führer immer wieder kleine Geschichten, die mit dem Gesehenen, aber auch seinem Leben zu tun haben.

      Danach verlassen wir Denver und fahren hinaus nach Boulder, CO. Dort angekommen zeigt er uns die University of Colorado, ein sehr schön angelegter Campus. Wir schlendern durch die parkähnlichen Anlagen und nähern uns unserem nächsten Ziel, dem Lunch. Den gibt es in der Uni-Mensa. Unsere Gerichte bezahlt er, wie erwähnt, von unserem Tourgeld, er selber ist dort bekannt und erhält ein kostenloses Essen.

      Danach geht es noch in die Natur. Wir besteigen einen Bus und fahren schnurstracks in die Berge Richtung Nederland und Eldora. Die Fahrt ist beeindruckend, da die Straße relativ schnell an Höhe gewinnt und wir eine tolle Aussicht auf die östlich gelegene Ebene mit Boulder und Denver haben. Nach ca. einer halben Stunde steigen wir aus und machen eine kleine Wanderung zu einem Ort, den er „Top of the World“ nennt. Von hier hat man eine prima Aussicht auf die umliegenden Berge und – es ist still! Ein toller Ort, um dort eine Weile zu verharren und einfach in die Gegend zu gucken. Wir bleiben ungefähr eine halbe Stunde dort und er erzählt uns noch ein bisschen was über sich. Danach geht es mit dem Bus zurück nach Denver. Wir kommen am späten Nachmittag wieder an der Jugendherberge an und verabschieden uns von ihm. Es war ein toller Tag mit vielen Eindrücken und Geschichten.
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