aMAZ(E)ing Canyonlands 2018

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    • 13.04.18 – Green River –> Moab –> Green River

      Freitag, der 13: Der geheime Turm, ein tragischer Todesfall, die Namensfindung und letzte Vorbereitungen

      Secret Spire, Kane Creek Road

      Der Sturm hatte sich in der Nacht gelegt, aber es war eisig kalt und noch immer windig am Morgen. Aber das war nicht schlimm, denn die Aussicht auf eine Wetterbesserung in den nächsten Tagen war gut und wir wollten ohnehin an dem Tag mehr fahren. Heiko und der Rubicon mussten sich schließlich aneinander gewöhnen .

      Am Abend zuvor hatte ich völlig ungeplant die Idee, dass wir als erstes den Secret Spire Jeep Trail fahren, dessen Zufahrt sich auf dem Weg zum Canyonlands Nationalpark befindet. Gesagt, getan, steuerten wir nur mit einer Karte in der Hand den Weg zum geheimen Turm an.

      Es war kein großes Problem, den Trail zu finden, denn der ist mit einem Doppel S sehr gut ausgeschildert und in der Nähe vom Spire sogar eine Einbahnstraße.







      Dort oben blies der Wind so stark, dass es uns fast von der Kuppe fegte.



      Aber ein kräftiger Wind vertreibt die Wolken .



      Von vorne sieht man gar nicht, dass der Secret Spire ein Hohlkreuz hat .



      Wir machten uns auf den Rückweg nach Moab und weil es mittlerweile Mittag war, kehrten wir im El Charro Loco zum mexikanischen Imbiss ein. Die servieren nicht mal mittags kleine Portionen. Wir bestellten uns für je 7,99 $ das Lunch Special mit Chicken Quesadillas und zwei Beef Tacos. Das machte mehr als satt.

      Vom mexikanischen Schnellimbiss ist es bis zur Kane Creek Road nicht mehr weit. An dem Freitag waren sehr viele Ausflügler und Radfahrer auf der Straße unterwegs, die nur die ersten 5 Meilen geteert ist.

      Danach geht es geschottert in Serpentinen in den Canyon hinunter.







      Wir fuhren so weit wie möglich und drehten dann zum Devils Golfball um.



      Der 12 m hohe Felsen ist bei Kletterern sehr beliebt und auf seiner Rückseite



      befinden sich viele Haken.

      Auf einmal hörten wir Sirenen. Mehrere Polizeifahrzeuge kamen angerast und etwas später der Rettungswagen.



      Uns fiel schon bei der Hinfahrt auf, dass eine Gruppe Motocross Fahrer in den Abgrund schaut. Einer davon war verunglückt, denn kurz darauf landete der Hubschrauber.



      Es dauerte sehr lange, bis der Hubschrauber und die Rettungskräfte abzogen. Leider verstarb der 15jährige Fahrer an seinen Verletzungen
      -> klick.

      Während die Rettungskräfte noch zugange waren, machten wir uns auf den Weg zum Hunter Canyon. Wir bekamen den letzten freien Parkplatz.



      Der Weg in den Canyon führt entlang dem Creek, den man zwischendurch ein paar Mal überqueren muss.









      Unter diesem Felsen muss man durch



      und dann sieht man oberhalb den Hunter Arch.



      Um ihm etwas näher zu kommen, heißt es klettern.



      Für mich war hier Schluss, denn der hohe Absatz führte auf eine schmale Felskante.



      und durch monatelange Schmerzen im rechten Bein, fehlte mir dazu die Kraft.

      Wir machten uns auf den Rückweg und erst als wir am Parkplatz waren, fuhren die Rettungskräfte mit Blaulicht zurück.

      Unser nächster Halt war beim Birthing Panel.



      Den Rubicon parkten wir neben der Dirtroad und gingen die paar Meter zu dem Boulder hinunter.



      Plötzlich geschah etwas Merkwürdiges: Der Jeep startete sich von alleine. Ich drehte mich um, weil ich dachte, dass Heiko noch beim Auto ist. Doch der stand hinter mir und schaute ebenso verdutzt. Er hatte den Schlüssel in der Hand und war 5 Meter vom feuerroten Spielmobil entfernt. Heiko ging schnell zurück, betätigte den Türöffner und schloss wieder zu. Dann ging der Motor aus .

      Huch :scare: , das wird doch keine Christine -> klick sein?

      Logisch, mit dem leuchtend roten Outfit, den rassigen Kurven, diesen leuchtenden Augen und dem sportlichen Fahrgestell .

      Ich hoffte, dass sie nicht die Bösartigkeit ihrer Grandma geerbt hat, sich aber im Falle eines Falles selbst ausbeulen kann . Christine war DER passende Name.

      Doch zurück zu den Felszeichnungen. Die Geburtsszene ist deutlich zu erkennen.







      Danach war es Zeit zum Einkaufen. Zuvor stoppten wir beim Gear Heads Outdoor Laden gleich neben dem City Market. Dort gibt es gratis Wasser für Camper. Heiko befüllte den blauen 25 Liter Kanister und danach gingen wir in den City Market, um Lebensmittel für die nächsten Tage zu besorgen. Das Fleisch sagte uns jedoch nicht zu. Da sahen die Steaks vom Supermarkt in Green River viel appetitlicher aus.

      Zurück in Green River, kauften wir nicht nur die Steaks, sondern auch einen Eisblock und einen Beutel Katzenstreu.

      Im Motelzimmer schraubte Heiko den Gasgrill zusammen, während ich Äpfel und Tomaten abspülte und in Zip-Beutel verpackte. Wir waren nun gerüstet und bereit fürs große Abenteuer .

      Nach getaner Arbeit gingen wir über die Straße ins Tamarisk Restaurant. Auf der Speisekarte standen dieses Jahr mehr mexikanische Gerichte. Wir entschieden uns für Chicken Fajitas, denn Steaks würden wir die nächsten zwei Abende selbst grillen.

      Nicht nur der Jetlag zwang uns erneut bald ins Bett, sondern auch das frühe Aufstehen am nächsten Morgen.

      Übernachtung: Comfort Inn, Green River

      Link zur Map
      Liebe Grüße

      Ilona

      "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)

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    • 14.04.18 – Green River –> Land of Standing Rocks im Maze District

      Der lange Weg ins Labyrinth

      Canyonlands Nationalpark – Maze District


      Müssten wir eine Hitliste von den ganzen Nationalparks im Südwesten erstellen, dann stände der riesige Canyonlands NP ziemlich weit oben. Der Nationalpark ist so groß, dass er in einzelne Distrikte eingeteilt wurde.

      Die meisten Besucher halten sich im Island in the Sky District auf, da er in der Nähe von Moab gut zu erreichen und aufgrund der asphaltierten Straße gut zu befahren ist. Dagegen zieht es Wanderer mehr zu den Felsnadeln in den Needles District, der sich aber 74 Meilen südlich von Moab befindet. Dann gibt es noch im Westen den kleineren Horseshoe Canyon, der vom nächstgelegenen Ort Green River fast zwei Stunden Fahrt entfernt ist und ein geländegängiges Fahrzeug erfordert. Diese Distrikte haben wir die letzten Jahre besucht/erwandert, doch einer fehlte uns noch: Der Maze-Distrikt.

      Nachdem uns vor zwei Jahren Regen und Sturmböen einen Strich durch die Rechnung machten, wagten wir einen neuen und letzten Versuch, dieses entlegene Gebiet zu besuchen.

      Viel Vorbereitung, ein Permit, Ausrüstung und vor allem ein geländetaugliches Fahrzeug sind dazu Voraussetzung. Unsere Christine kennt ihr bereits und zu allem anderen werde ich gesondert berichten.

      Jedenfalls stand uns an dem Morgen eine sehr lange Fahrt bevor und deshalb waren wir kurz vor 6:00 Uhr im Frühstücksraum. 6:45 tankten wir Christine und den Reservekanister randvoll.

      Über die I-70 und nach weiteren 20 Meilen auf dem Highway 24, bogen wir gegenüber der Zufahrt zum Goblin Valley State Park in die unbefestigte Straße in Richtung Hans Flat Ranger-Station ab.

      Ab da zieht sich der Weg auf einer gut gegradeten Dirtroad.



      Vorbei an der Little Sahara



      und später einer heideähnlichen Landschaft



      erreichten wir um 8:40 Uhr die Ranger-Station.



      Hier musste ich die Permit-Bestätigung vorzeigen und bekam nach einer flüchtigen Belehrung (detaillierte Anweisungen bekommt man schon mit der Bestätigung), die ich gegenzeichnen musste, einen Zettel inkl. Tesastreifen mit der Permitnummer. Den sollten wir innen ans Fenster kleben, falls wir kontrolliert werden.



      Der Ranger warf einen kurzen, wohlwollenden Blick auf Christine. Ich fragte noch nach dem Flint Trail und erhielt die knappe Antwort: "steep and rough" . Dann wurden wir unserem Schicksal überlassen (mir würde das Lachen schon bald vergehen :pfeiff: ).

      Nachdem das alles geklärt war, gingen wir noch zur Pit Toilet. Davor trafen wir ein junges Pärchen, das sich gerade auf den Weg machte.

      Abfahrt war um 9:35 Uhr. Jetzt war der Fahrerwechsel angesagt, denn schließlich saß ich seit fast zwei Stunden am Steuer. Aber das war natürlich nicht der Grund .

      Schon kurz nach der Abfahrt ging es zwar immer wieder über holprige Felsplatten, aber auch noch ein Stück gemütlich weiter.



      Wir kamen am Bagpipe Overlook vorbei und hatten einen ersten Blick in Richtung Maze.



      Nächster Stopp und vom Ranger empfohlen, ist der Flint Trail Overlook.



      Von hier aus ist der Flint Trail teilweise einsehbar. Sofern man ein Auto von unten kommen sieht oder hört, soll man warten.



      Hier schaute bereits ein älterer Herr ins Tal, der sich vorab bei uns entschuldigte, falls er zu langsam vor uns herfährt. Kein Problem, denn auch wir würden uns Zeit lassen.

      Tja, dann steht man nach ein paar Meilen vor diesem Schild



      und mit Beginn vom Flint Trail geht es sofort, wie es der Ranger gesagt hat, steil und ruppig hinunter. Bilder können das leider nicht wiedergeben.



      Bis zur ersten Kurve stand ich als Beifahrerin mit auf der Bremse und schrie "bremsen, Heiko, bremsen". Er konterte zurück, dass er die Bremse bereits bis zum Anschlag durchgetreten hat und gewiss nicht Gas gibt.



      Booaaah , mein Shirt war in Nullkommanix nass geschwitzt und ich hoffte, dass kein Gegenverkehr kommt. Leider wurden meine Gebete nicht erhört und der vorausfahrende Kollege musste drei Fahrzeugen Platz machen.

      Gut, dass ich nach der dritten Kurve ausgestiegen bin und hinuntergeschaut habe. Es gibt nämlich nur in wenigen Kurven die Möglichkeit, stehen zu bleiben und zweimal muss man sogar mit dem Fahrzeug zurücksetzen, damit man überhaupt um die Kurve kommt.







      Jedenfalls ist der Flint Trail weder mit den Burr Trail Switchbacks noch mit dem Shafer Trail zu vergleichen. Der ist eine ganz andere Hausnummer.

      Durch den losen Untergrund rutschen die Fahrzeuge an den steilsten Stellen noch dazu. Die Schleifspuren an manchen Stellen zeigen, dass einige Fahrzeuge zwischendurch aufsitzen.



      11:20 Uhr waren wir unten und ein Blick zurück lässt weder den Trail noch dessen Beschaffenheit erkennen.



      Wir konnten uns nun etwas entspannen, denn der Trail geht ab jetzt gemächlich weiter.



      Um 12:20 erreichten wir den Abzweig in Richtung Hite



      und machten dort 25 Minuten Pause.

      Teil 2 folgt ...
      Liebe Grüße

      Ilona

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    • Bis zum Standing Rock sind es nur noch 16 Meilen, aber 12 davon haben es in sich. Wie, das wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht.

      Die ersten zwei Meilen sind nur Sandpiste, doch dann steht da wieder ein Schild mit 4wd – high clearance only darauf und sofort beginnt der Spaß .

      Die meiste Zeit lief ich voraus, um zu spotten. Wenn es besonders steil oder knifflig wurde, dann stieg auch Heiko aus, um die optimale Spur zu suchen.



      Die Höhenunterschiede der Felsplatten kann man auf den Bildern leider auch nicht erkennen. Doch wiederum Abrieb, Öl- und Sprittropfen zeigten, dass da schon ein Mancher aufsaß. Auch Christines Unterboden kratzte mal über Felsbrocken.





      Oft war es eine Zentimeter-Navigation zwischen den Felsen.









      Doch am meisten Bauchschmerzen verursachte mir die Steinstufe am Teapot Rock. Nicht nur, dass die Höhe mit Felsbrocken unterfüttert wurde, sondern zuvor geht es über eine kleinere Stufe erst einmal hinab. Die Schleifspuren sind dort gut zu erkennen und auch, dass nicht viel Platz ist. Der rechte Reifen muss quasi direkt auf die Felskante.





      Heiko schaute selbst nach der richtigen Spur



      und geleitete daraufhin Christine gefühlvoll über die Stufe. :heat: Mir fiel ein ganzer Steinbruch vom Herzen, doch noch waren wir nicht am Campground.

      Auf einmal standen wir an einem Steilstück voller Geröll.



      Dass wir da irgendwie hinunterkommen würden, das war mir klar. Aber ob wir da auf dem Rückweg wieder hinaufkommen ? Ich wollte an dieser Stelle wirklich abbrechen, bin dann erst einmal hinunter gerutscht und wieder nach oben gelaufen, was schon zu Fuß sehr schwierig war.

      Aber Heiko hatte die Ruhe weg, vertraute Christine und seinen Fahrkünsten. So wurde ich überstimmt, verweigerte mich aber als Beifahrer und ging das Stück nochmals zu Fuß hinunter. Christine schlich dann langsam hinter mir her.

      Endlich – die ersten Felsnadeln



      und das Nationalparkschild.



      Bis dahin haben wir vom Abzweig Hite genau 3 Stunden gebraucht.

      Hier waren wir nun im Land of Standing Rocks.



      Aber weit ist das Land und bis zum Campground dauerte es immer noch 50 Minuten.



      Wenigstens war nun die Piste rotstaubig und nicht mehr so felsig.

      Vorbei an The Wall



      und am Lizard Rock



      erreichten wir um 16:30 den schönsten Campground im Wilden Westen am Standing Rock :happy2:.



      Platz war genügend vorhanden und wir mussten erst einmal eine geeignete Stelle fürs Zelt finden. Der Untergrund war ziemlich steinig und da es zwar sonnig, aber nicht allzu warm war, brauchten wir einen ameisenhaufenfreien Platz mit Morgen- und Abendsonne.

      So verbrachten wir den späten Nachmittag mit dem Aufstellen vom Zelt und ließen uns häuslich nieder. Nach getaner Arbeit grillte Heiko die Steaks und ich richtete die Beilagen dazu.

      Nach dem Abendessen folgte der Abwasch und wir machten noch einen kurzen Rundgang. Kurz vor 20 Uhr wurde es dunkel und wir verkrochen uns ins Zelt. Während Heiko lange nicht einschlafen konnte, war ich sofort weg .

      Übernachtung: Standing Rock Campground, im Zelt

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      Liebe Grüße

      Ilona

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    • Ilona schrieb:

      Jedenfalls ist der Flint Trail weder mit den Burr Trail Switchbacks noch mit dem Shafer Trail zu vergleichen. Der ist eine ganz andere Hausnummer.
      Das ist sicher richtig, aber ihr habt ja Glück gehabt und offenbar einen frisch gegradeten Trail vorgefunden. Die Graderspuren sind noch gut zu sehen, daher werden auch die meisten Schrammen stammen. Aufsetzen ist am Flint eher selten ein Problem. Das beweisen auch die kommerziellen Touren, die die Strecke gelegentlich mit Jeep Wrangler samt Anhänger fahren. Haben wir in 2013 miterlebt.

      Wir sind die Strecke schon mit verschiedenen Fahrzeugen gefahren. Mit einem Ford Explorer in 1993 (bis zum Doll House), später einem Chevrolet Blazer (ebenfalls Doll House) und zuletzt ein paarmal mit einem Jeep Wrangler. Mit letzterem ist das Ganze eher ein Klacks, da muss man bergauf noch nicht mal in den 4LO.

      Am "schönsten" war es aber in 2009, als wir nicht durch den Dirty Devil River kamen - zu hoher Pegelstand, abends dort umdrehen mussten und dann im Dunklen den Flint raufgefahren sind. Vorteil: Man sieht leichter ob einer kommt! :crazy:

      Gruss
      Rolf
      Desert Drunk and Red Rock Crazy Stories aus dem amerikanischen Südwesten
    • Nefertari schrieb:

      Ein wenig verspätet zwar, aber ich komme auch noch mit auf die Reise
      Herzlich willkommen, Marlies :kappe: . Ich freue mich über jeden Zustieg.

      Nefertari schrieb:

      Der letzte Teil hört sich ja richtig heftig an ( und sieht auch so aus...)
      Der Flint Trail war auch schon heftig.

      hatchcanyon schrieb:

      Das ist sicher richtig, aber ihr habt ja Glück gehabt und offenbar einen frisch gegradeten Trail vorgefunden.
      Der war überhaupt nicht frisch gegradet, Rolf. Auf den Bildern waren die schönen Abschnitte vor/nach den Kurven.

      Du weißt selbst wie schmal die Piste ist und dass man nur an den "Rangierkurven" aussteigen und fotografieren kann.

      Die Piste war echt übel und die nach oben fahrenden Offroader lösten dazu noch viele große Gesteinsbrocken ab, die uns dann im Weg lagen.

      hatchcanyon schrieb:

      Sorry, nur so nebenbei - das nennt sich "Mother and Child"
      Das mag sein, finde ich aber in diesem Fall unwichtig.
      Liebe Grüße

      Ilona

      "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)

    • Wow Ilona, großartig! Ich habe das zuerst am Handy gelesen und mir die Bilder jetzt nochmal am PC in größer angeschaut und da sieht es noch beeindruckender aus. Respekt für euer Durchhaltevermögen, das sieht ganz toll aus :)



      Ich würde aber auch sagen... Definitiv frisch gegradet, da fahr ich dir mit meinem Suzuki Swift drüber :crazy:
    • lunchen schrieb:

      Wow Ilona, großartig!
      Danke, Sarah.

      lunchen schrieb:

      Respekt für euer Durchhaltevermögen, das sieht ganz toll au
      Na ja, eigentlich wollte nur ich unterwegs abbrechen ;) .

      lunchen schrieb:

      Ich würde aber auch sagen... Definitiv frisch gegradet, da fahr ich dir mit meinem Suzuki Swift drüber
      :lol: Der war gut, Sarah !!!
      Liebe Grüße

      Ilona

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    • Unser Camp

      Vom Permit, der Vorbereitung, dem Campground und wichtigen Utensilien

      Da der Maze District naturbelassen ist, gibt es dort keine Unterkünfte. Die sehr lange Anfahrt zwingt zum Übernachten und somit packten wir noch einmal unser Zelt, unsere Luftmatratzen usw. in die Koffer.

      Vier Monate im Voraus kann man ein Permit beantragen. Eigentlich wollte ich die Chimney Rock Campsite reservieren, doch die war sofort nach Freischaltung belegt. So wichen wir auf den Standing Rock aus, was sich im Nachhinein als der schönere Zeltplatz herausstellte. Pro Nacht bezahlt man 10 $ je Campsite.

      Sobald die Kreditkarte mit dem Gesamtbetrag belastet wurde, bekam ich per Mail die Bestätigung und die Backcountry Information. Darin steht etwas ganz Wichtiges, nämlich dass man jeglichen Abfall (auch den menschlichen ;) ) mit zurücknehmen muss.

      Das eigentliche Permit bekommt man aber erst vor Ort in der Hans Flat Ranger Station. Dort werden im Schnelldurchlauf nochmals die Regeln (z. B. nicht abseits der Pfade fahren/gehen, nicht auf die biologischen Bodenkrusten treten, kein Lagerfeuer etc.) vorgetragen. Dazu noch die Sicherheitshinweise bzgl. Hitze, Orientierung, kein Handynetz und das alles muss man gegenzeichnen und akzeptieren. Da man in dem Gebiet total von der Außenwelt abgeschottet ist, hatten wir uns im Vorfeld ein Satellitentelefon gemietet.

      Es gibt nicht sehr viele Zeltplätze im Land of Standing Rocks oder dem Doll House. Vor zwei Jahren hatten wir noch die ganze Auswahl, doch dieses Jahr waren schon bis Anfang April die meisten belegt.



      Doch nun zu unserer, über uns mehr als 5 Sterne , Unterkunft. Die jeweiligen primitive Campgrounds sind mit einem Schild gekennzeichnet.



      Ist das nicht ein herrliches Fleckchen!?



      Man beachte bitte die Außenbeleuchtung .



      Hier unser Schlafzimmer:



      Nun die Küche



      mit Kühlbox, Wasserkanister und zusammenklappbarem Waschbecken.



      Das Esszimmer



      und die schöne Aussicht vom Balkon.



      Aber unser ganzer Stolz war nicht der schön gestaltete Steingarten,



      sondern dieser stabile Lokus ,



      der 10 m entfernt zwischen Wacholderbüschen platziert war.



      Das Katzenstreu hat sich übrigens hervorragend bewährt .

      Wir hatten diese Campsite vollkommen für uns alleine und nur zweimal fuhr 50 m weiter auf der Dirtroad jemand winkend vorbei.

      Mit dem Wasserverbrauch muss man allerdings geizen. Die 25 Liter aus dem Kanister mussten für die Tee-/Kaffeezubereitung, Geschirr spülen, Zähneputzen und die Katzenwäsche reichen. Wir hatten aus Deutschland eine Packung feuchter Waschlappen mitgebracht. Aufs Haare waschen und Duschen verzichteten wir zwangsläufig.

      So, nun habt ihr in etwa einen Einblick bekommen, was für ein Aufwand für die Maze betrieben werden muss.

      Als nächstes werden wir die unberührte Wildnis erkunden.
      Liebe Grüße

      Ilona

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    • 15.04.18 – The Maze

      Ein Labyrinth von Canyons

      Bis in die frühen Morgenstunden hielt der Schlafsack die Kälte ab. Ab 5 Uhr, bei 0°C freuten wir uns auf den Sonnenaufgang und dass wir bald aufstehen konnten.

      Alte Knochen und zelten – das passt irgendwie nicht zusammen .

      Es war so fröstelig , dass wir in Windeseile umgezogen waren und uns das Wasser für die Katzenwäsche mit dem Gaskocher erwärmten. Noch nie war ein heißer Tee zum Frühstück so willkommen.

      Nach dem Frühstück und Abwasch verstauten wir unsere Sachen und machten uns

      vom Standing Rock aus



      auf den Weg in Richtung The Plug.



      Hier ist der Zugang zum Pictograph Fork mit Steinmännchen markiert.



      Der Weg führt hinunter in den Canyon.



      Es gibt ein paar Steinstufen auf dem weiteren Weg.



      Aber dann kommt der große Absatz in den Canyon und da musste ich wegen den Schmerzen im Bein kapitulieren. Wir mussten uns leider auf den Rückweg machen.



      Ein kleiner Arch hat sich in der Nähe versteckt.



      Zurück auf der Dirtroad machten wir uns entgegengesetzt auf den Weg zum Chimney Rock.





      Dort trafen wir tatsächlich auf einen Ranger, der auch einen Rubicon fährt.



      Er wollte unser Permit sehen, aber das sollten wir doch an die Windschutzscheibe kleben. Ich nannte ihm die Permit Nummer und sagte ihm, dass er einfach auf dem Rückweg beim Standing Rock nachschauen soll. Damit gab er sich zufrieden.

      Ich fragte ihn, wie lange er in dem Gebiet bleibt. Er sagte, dass er so eine Woche patroulliert, d. h. auch die Wanderwege ablaufen muss. Er campt dann im jeweiligen Gebiet und macht sich erst nach Dienstende auf den Rückweg zur Station.

      Es stieß noch ein indischer Student aus Colorado mit seiner Freundin zu uns. Die hatten wir am Vortag kurz an der Ranger-Station gesehen.

      Es stellte sich heraus, dass die Backpacker auf dem Plateau geblieben sind und dort nur bis zum North Point Campground fuhren. Das ist auf der gegenüberliegenden Seite der Maze, nur ein paar Meilen von der Rangerstation entfernt. Von da stieg das junge Paar in den Canyon hinab und übernachtete dort. An diesem Morgen stiegen sie auf unserer Seite nach oben und am Chimney Rock trafen wir sie wieder. Respekt, vor dieser Leistung und vor dem Tempo, das die Beiden draufhatten. Sie verabschiedeten sich und wir folgten ihnen gemächlich auf Pete’s Mesa Trail.

      Der führt über eine Hochebene





      mit Blick rechts und links in die Canyons.





      Nun ein Blick zurück. Rechts erkennt man Standing Rock, von dem aus wir bis zum Chimney Rock auf der linken Seite und übers Plateau gewandert sind.





      Der Abstieg in den Canyon war mir auch hier nicht möglich :weinen: und deshalb wanderten wir langsam zurück. Die Betonung liegt auf langsam, denn die letzten zwei Kilometer lahmte ich regelrecht. Insgesamt waren wir 10 km unterwegs.

      Für den nächsten Tag war eine Sturmfront angekündigt. Die ersten fiesen Ausläufer bekamen wir schon nachmittags zu spüren. Eigentlich wollten wir am nächsten Tag das Doll House erkunden, doch der Wetterwechsel und meine Schmerzen veranlassten uns, das Zelt einen Tag früher abzubrechen. Auf der Hochebene ist man dem Wind ganz schön ausgesetzt.

      Heiko füllte die fünf Gallonen Sprit aus dem Kanister in den Tank. Eingemummt saßen wir noch eine Weile auf den Campingstühlen, doch mit Sandpartikeln in den Augen liest es sich nicht besonders gut.

      Auch an diesem Abend grillten wir Steaks und gingen mit den Hühnern ins Bett.

      Übernachtung: nochmals Standing Rock Campground, im Zelt
      Liebe Grüße

      Ilona

      "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)

    • Ilona schrieb:

      Dass wir da irgendwie hinunterkommen würden, das war mir klar. Aber ob wir da auf dem Rückweg wieder hinaufkommen ? Ich wollte an dieser Stelle wirklich abbrechen, bin dann erst einmal hinunter gerutscht und wieder nach oben gelaufen, was schon zu Fuß sehr schwierig war.
      Wäre mir bestimmt auch so gegangen, unglaublich was ihr da gefahren seid!!!

      Aber diese traumhaft schöne und menschenleere Landschaft muss man sich eben verdienen (und das ist auch gut so :) )
    • Demo schrieb:

      ... unglaublich was ihr da gefahren seid!!!
      War schon ein bissl eine Gurkerei :heat: ;)

      Demo schrieb:

      Aber diese traumhaft schöne und menschenleere Landschaft muss man sich eben verdienen (und das ist auch gut so)
      und wirklich gut so, dass da nicht jeder hinkommt.
      Liebe Grüße

      Ilona

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    • 16.04.18 – Land of Standing Rocks -> Hanksville

      Der weite Weg zurück in die Zivilisation

      Bei Tagesanbruch schälten wir uns aus den Schlafsäcken, denn wir waren schon wieder einige Zeit wach .

      Den blitzschnellen Klamottenwechsel beherrschten wir aus dem Effeff und nach einem schnellen Frühstück bauten wir das Zelt ab. Bis das ganze Gerümpel wieder so klein gefaltet war, dass es in die Koffer passte, dauerte es eine Weile. Aber Heiko war mittlerweile ein Meister im Kofferraum-Tetris. Alles lückenlos verstaut, verließen wir um 8:50 Uhr diese wunderschöne Campsite.

      Bei The Wall stand der Rubicon vom Ranger. Wir konnten aber nicht erkennen, ob er im Auto schlief oder schon wieder auf Patrouille war.

      Um 10:15 Uhr erreichten wir den steilen, gerölligen Hügel. Wir schauten uns kurz die bestmögliche Spur an. Auch diesmal wollte ich nicht im Auto mitfahren, sondern ging das Stück zu Fuß nach oben. Um 11:00 Uhr waren wir bei den Teapot Steps. 11:45 Uhr ließen wir die felsige Piste hinter uns und 11:55 Uhr waren wir am Abzweig in Richtung Hite. Zurück ging es ein bisschen schneller, weil ich weniger spotten musste und nicht fotografierte.


      Heiko und Christine waren ein gutes Gespann und meisterten die Strecke souverän .

      Wir waren so erleichtert und happy , dass die Maze im zweiten Anlauf geklappt hat.

      Am Abzweig machten wir eine kurze Pause, bevor wir auf den restlichen 30 Meilen der Dirtroad bis zum Highway 95 fuhren. Jetzt saß ich wieder am Steuer .





      Die Gegend erinnerte mich irgendwie an das Valley of Gods





      und zieht sich wie Kaugummi. Endlich kam der Lake Powell in Sicht.



      Wir bogen in Richtung Hanksville zum Hite Overlook ab. Von dort am Horizont kamen wir her.



      Das Schild zeigt, dass der ehemalige Minenort beim Stauen des Sees 1964 total überflutet wurde.



      Mittlerweile ist der Wasserstand so weit zurückgegangen, dass die verlängerte Bootsrampe in der Landschaft steht.



      Da es sehr stürmisch war, hielten wir es nicht lange am Aussichtspunkt aus.



      Am großen Parkplatz standen ein paar Müllcontainer. Die kamen wie gerufen zur Entsorgung vom Müllbeutel und dem vom Human Waste. Der Sack war zwar fest mit Kabelbinder verschnürt, aber so langsam roch man doch das Katzenstreu durch.

      Vor Hanksville tobte ein Sandsturm übers freie Feld und es war uns bei 28°C endlich mollig warm. Somit hatten wir richtig entschieden.

      An der Rezeption des Motels saß diesmal nicht die Chefin und das war gut so. Ich musste die Übernachtung vorverlegen und das war bei dem Mädel überhaupt kein Problem. Mrs P. hätte bestimmt wieder die Kreditkarte mit 10 $ für die Umbuchung belastet.

      Wir bezogen eine Cabin und als erstes wurde ausgiebig geduscht. Danach gingen wir zum Essen in Duke’s Slick Rock Grill. Das ist ein uriges Wildwest-Lokal mit einem übereifrigen Kellner, aber das Essen war nur durchschnittlich.

      Zurück in der Cabin, machten wir zum ersten Mal das Notebook an, denn wir brauchten nun für insgesamt drei Nächte Quartiere. Warum auch immer, das Laptop funktionierte nicht mehr. So hatten wir nur noch das Smartphone zur Verfügung.

      Als erstes reservierten wir im Circle D in Escalante ein Zimmer. Das war zwar mit dem Phone ein Gefummel, aber klappte wenigstens. Dann noch zwei Nächte in der Cliff Dwellers Lodge. Diese Reservierung gestaltete sich nicht so einfach. Wir sollten in der Lodge zur Bestätigung anrufen.

      Ich ging zur Rezeption und das nette Mädel übernahm den Anruf für mich. Die Beiden quasselten quasi von Rezeption zu Rezeption eine ganze Weile miteinander und dann sollte ich die Buchungsbestätigung per Mail erhalten. Soweit so gut.

      Jedenfalls waren wir über das bequeme Bett und einem richtigen (Blech-)Dach überm Kopf froh. In der Nacht stürmte es nämlich heftig und es wurde bitterkalt.

      Übernachtung: Whispering Sands Motel, Hanksville

      Link zur Map
      Liebe Grüße

      Ilona

      "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)

    • lunchen schrieb:

      Ja, echt coole Sache mit dem Maze, aber ihr habt den ganzen Aufwand (Anfahrt, Jeep Rental, Ausrüstung besorgen...) für nur zwei Nächte betrieben??
      Geplant waren drei Nächte, aber wir wollten wegen dem Wetterumschwung nichts riskieren.

      Wenn es dort regnet, dann kommst du nämlich erst mal nicht weg.

      Wir hatten vor Jahren eine Horror-Matschfahrt und das will man nie mehr erleben :schlotter: .

      lunchen schrieb:

      Das lohnt sich?
      Nicht wirklich ;) , aber es war unser 2. Versuch und der musste klappen. Einen 3. Versuch hätte es nicht gegeben.
      Liebe Grüße

      Ilona

      "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)

    • 17.04.18 – Hanksville -> Escalante

      Die unerreichbare Ghosttown und ver(w)irrt im Vielfraß-Canyon

      Giles Ghosttown, Wolverine Canyon


      Es gibt keine Frühstück-Coupons mehr für Stan’s Burgerbraterei im Whispering Sands Motel, sondern es steht ein Körbchen mit Snacks im Zimmer.



      Uns war das egal, denn wir bevorzugten schon immer das Frühstück bei Blondie’s gegenüber. Dieses Mal hatten wir aber genügend Vorräte dabei und frühstückten auf dem Zimmer.

      Nach dem Auschecken fuhren wir auf dem Highway 24 in Richtung Capitol Reef Nationalpark. Zwischen Hanksville und Caineville, so beim Milepost 110, bogen wir nach links in die Giles Road (erkennbar am Gerümpel neben der Straße) ab.



      Bald nach dem Schild durfte Christine plantschen gehen.



      Doch auch Heiko hatte am Furten durch den Fremont River seinen Spaß. Schließlich musste er mich am anderen Ufer absetzen , damit ich fotografieren konnte.

      Unser Ziel war die Giles Ghosttown, die schon länger zum Verkauf steht. Nein , wir wollten kein Rentnerdomizil erwerben, sondern einfach mal schauen.

      Hier entlang verlief die Bewässerungsleitung.



      Der Wegweiser war schon in die Knie gegangen,



      aber Heiko hat ihn wieder aufgestellt.



      Ein paar Meilen weiter lag der nächste Wegweiser über dem Weg in die Wash und auch der wurde wieder verankert.





      Jetzt war zwar der Weg nach unten in die Wash frei,



      doch von dort aus, auf die andere Seite nach oben, von einer Flashflood total zerstört. Tja, wie soll man sich ein Grundstück anschauen, wenn die Zufahrt weggeschwemmt wurde.

      Wir machten uns auf den Rückweg



      und hatten mal einen anderen Blick auf den Factory Butte, der mir irgendwie immer wieder gefällt.



      Noch einmal plantschen



      und schon waren wir wieder auf dem Asphalt unterwegs.

      Vor Caineville am Mesa Farm Market





      hielten wir an und schauten bei Randy, dem Bäcker, vorbei. Er checkte gerade online den Wetterbericht und sagte, dass uns in Torrey Schneefall erwarten würde. Gut, dass wir gar nicht über Torrey fahren wollten. Randy hatte noch Brote vom Vortag für 6 $ den Laib und eine Zimtschnecke für 3 $ übrig. Wir kauften ein Brot und die Zimtschnecke.



      Randy ist ein ganz sympathischer Einsiedler und seine Backwaren absolut lecker. Weder das Brot, noch die Cinnamon Roll vom Vortag, waren trocken.

      Vor dem Capitol Reef Nationalpark bogen wir links in die Notom-Bullfrog-Road ab. Wir drei wollten lieber über Dirtroads fahren, doch die ersten 11 Meilen sind noch geteert.



      Schon bald blockierte eine Kuhherde den Weg,



      aber mit gutem Zureden konnten wir unsere Fahrt fortsetzen.

      Kurz vor den Switchbacks ist die Gegend einfach schön und bunt.







      Hier geht es die Serpentinen vom Burr Trail



      auf einer breiten Straße hinauf.



      Auf dieser Reise mussten wir einige Touren improvisieren. So auch an diesem Tag.

      Fünf Meilen weiter bogen wir in die Wolverine Loop Road ab.



      Die unbefestigte Straße ist durchweg gut gegradet, aber die Landschaft anfangs unspektakulär. Mit dem nächsten Abzweig



      ändert sich das, denn es gibt mehr rote Felsen.

      Vorbei am Little Death Hollow Trailhead, erreichten wir am frühen Nachmittag den Parkplatz zum Wolverine Canyon.



      Von Bildern wusste ich, dass im Canyon ziemlich viel versteinertes Holz liegt. Der Loop mit 8,45 km kam uns gerade recht. Außer uns war noch ein Paar mit einem Hund am Parkplatz. Wir starteten um 13:15 Uhr kurz nach ihnen und nahmen den linken Pfad.



      Vorbei an ausgewaschenen Felsen



      und Hoodoos inmitten versteinerter Holzbrocken



      führt der Weg weiter in den Canyon.





      Ein Blick zurück.



      Entlang den Pfaden liegt immer wieder versteinertes Holz.



      Die Farbe kommt durch das Übergießen mit etwas Wasser besser raus.



      Kristalle bildeten sich in diesem Stamm.



      Dieses Rinnsal



      führt zu einem riesigen Alkoven



      und links daneben ist gleich noch einer.



      Wir waren schon 5 km unterwegs und es war kein Abzweig zu erkennen. Deshalb machten wir uns auf den Rückweg.



      Den Abzweig an einem Wacholderbusch hatten wir glatt übersehen, doch nun waren wir auf dem richtigen Weg.



      Hier gab es jede Menge versteinertes Holz,







      das im Laufe der Zeit in Rinnen die Berge hinunter geschwemmt wurde.



      Außer anfangs am Parkplatz, haben wir keinen Menschen getroffen und folgten mangels GPS-Daten oder einer Beschreibung brav den ausgetretenen Pfaden. Doch plötzlich in einer Wash verliefen sich die Spuren im Sand. Wir gingen ein Stück zurück, doch auch da waren keine Spuren mehr zu erkennen. Wahrscheinlich sind bis dahin alle falsch gelaufen und dann umgekehrt.

      Da ich wieder lahmte, war mir das zu weit. Heiko peilte mit dem GPS den Parkplatz an und wir gingen Querfeldein. Wir mussten einen Slot umgehen und über einige Hügel wandern, bis endlich Christine in Sicht kam . Aus den 8,45 km laut der Infotafel wurden nach unseren Aufzeichnungen letztendlich 11,9 km.

      Die Fahrt bis zum Abzweig und durch den wunderschönen Long Canyon zog sich. Kurz nach 18 Uhr erreichten wir etwas hungrig Boulder. Das Restaurant an der Ecke hatte geschlossen. Im Hell’s Backbone Grill hatten wir nicht reserviert (wie denn auch :dontknow: ) und bekamen gerade noch einen Zweiertisch.

      Das Restaurant möchte, zumindest der Karte nach, zur gehobenen Gastronomie gehören. Für eine nachgemachte Cola, denn das Original oder Pepsi führen sie nicht, bezahlten wir je 4 $. Das Gesöff schmeckte nach einer zur Hälfte mit Wasser verdünnten Cola Light, also fürchterlich. Abgesehen von Spaghetti mit Meatballs, war die zweitgünstigste Hauptspeise mexikanisch angehauchte Enchiladas mit Chicken. Auf dem Teller waren je zwei kleine Teigfladen drapiert und das eingewickelte Hühnerfleisch musste man mit der Lupe suchen. Das Abendessen kostete 61 $ und wir fuhren hungrig nach Escalante weiter. Dieses Restaurant sieht uns mit Sicherheit nie wieder.

      Im Circle D angekommen, freute sich Robert sehr über unsere spontane Reservierung. Es waren außergewöhnlich viele Zimmer frei, so dass er uns sofort umquartierte. Das online reservierte Zimmer wäre nämlich ein Dog-Room gewesen. Also keine Hundehütte ;) , sondern ein Zimmer für Hundebesitzer samt Vierbeiner.

      Während Heiko unser Gepäck ins Zimmer stellte, quasselte ich noch eine Weile mit Robert. Gut, dass wir noch zwei Tafeln Schokolade in der Kühlbox hatten. Robert freut sich über dieses Mitbringsel immer sehr.

      Es war an dem Tag zwar sonnig, aber mit 10°C sehr frisch, so dass man abends nicht mehr draußen sitzen konnte. Dann eben ab in die Heia, damit wir am nächsten Tag früh weiterfahren können.

      Übernachtung: Circle D Motel, Escalante

      Link zur Map
      Liebe Grüße

      Ilona

      "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)

    • Ilona schrieb:

      Der war überhaupt nicht frisch gegradet,
      Naja, auf den Bildern kann man noch schön die Randspuren der Graderschaufel sehen. Wäre das schon länger her, wären die wieder weg.

      Ilona schrieb:

      Das mag sein, finde ich aber in diesem Fall unwichtig.
      Dass es für Dich unwichtig ist, bedeutet aber nicht, dass es für alle unwichtig ist. Manche möchten sich wahrscheinlich scho genauer informieren.

      lunchen schrieb:

      Ich würde aber auch sagen... Definitiv frisch gegradet, da fahr ich dir mit meinem Suzuki Swift drüber
      Mit dem Swift bin ich mir sicher - nur das ist hier definitiv nicht der Flint Trail und nur um den gings. Aber auch die Stelle ist kein wirkliches Problem, das haben wir alles schon mit nem Explorer hinter uns gebracht.

      Aber mehr Spass machts halt schon mit dem Jeep:



      Der Ford hat uns bis zum Doll House und auch wieder zurück gebracht. Wirklich dramatisch ist der Trail nicht, nur nervig lang.



      Da steht er - strahlend blau. Und irgendwie stört er dann doch ein wenig die Landschaft.

      Gruss
      Rolf
      Desert Drunk and Red Rock Crazy Stories aus dem amerikanischen Südwesten
    • hatchcanyon schrieb:

      Aber auch die Stelle ist kein wirkliches Problem, das haben wir alles schon mit nem Explorer hinter uns gebracht.

      hatchcanyon schrieb:

      Wirklich dramatisch ist der Trail nicht, nur nervig lang.
      So etwas zu schreiben, finde ich total verantwortungslos von dir, Rolf.

      Das liest sich nämlich so, als ob man die Strecke mit jedem beliebigen SUV von Alamo, Sixt etc. fahren könnte.

      Es sieht auf den Bildern alles ganz harmlos aus, aber grobstollige Reifen und ein hoher Radstand sind absolut erforderlich.

      Bei einem regulären Miet-SUV reißt es doch gleich den Spoiler ab und/oder er sitzt auf den Felsbrocken auf.

      Nicht umsonst fährt der Ranger in dem Gebiet auch einen Jeep Rubicon.

      Aber ich würde jetzt gerne dieses Thema beenden und mit dem Reisebericht fortfahren. Sei bitte so nett und respektiere das.
      Liebe Grüße

      Ilona

      "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)