No Banana but Crazy Heart Tour – 31 Tage im Südwesten

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      lunchen schrieb:

      Sunrise am Mesa Arch!
      Ein Fotohotspot welcher so einfach zu erreichen ist zieht natürlich die Massen an, auf der Jagd nach dem perfekten Foto... und so steht einer dem anderen im Weg und in der Masse verhindern wir uns gegenseitig den Blick bzw. den Moment.
      Aber was wäre der Besuch ohne das eine perfekte Foto vom Sunrise am Mesa Arch, dem Sonnenuntergang am Delicate Arch, einem Beam im Antelope Canyon....
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      Bernd schrieb:

      Ein Fotohotspot welcher so einfach zu erreichen ist zieht natürlich die Massen an, auf der Jagd nach dem perfekten Foto... und so steht einer dem anderen im Weg und in der Masse verhindern wir uns gegenseitig den Blick bzw. den Moment.Aber was wäre der Besuch ohne das eine perfekte Foto vom Sunrise am Mesa Arch, dem Sonnenuntergang am Delicate Arch, einem Beam im Antelope Canyon....

      Ja, da hast du wohl recht... Zumindest wenn man zum ersten Mal da ist, in den Antelope würde ich zum Beispiel kein 2. mal wollen.
    • Tag 14 (23.05.2018): Gigantischer Sunset am Skyline View / Moonscape Overlook Teil 1

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      Die Dirtroad wird mit jedem Meter schlechter, aber es ist alles noch irgendwie im Rahmen. Ich komme am Abzweig der sandigen Piste vorbei, auf die mich das Navi vorhin schicken wollte - hier wäre ich jetzt also ausgekommen. Wobei ne, wäre ich nicht, denn bis hier wäre ich mit dem Rav4 niemals gekommen.

      Die Straße endet in einer Sackgasse, einen Parkplatz gibt es nicht, ich stelle mich einfach auf den felsigen Untergrund in der Nähe des einzigen anderen Fahrzeugs, das hier bereits steht. Ich sehe die Besitzer sofort, es ist ein Pärchen, das es sich mit zwei Campingstühlen am Rim gemütlich gemacht hat, ihr Zelt steht in einiger Entfernung zur Abbruchkante. Diesmal habe ich mein Weitwinkel Objektiv dabei und wechsel auch sofort am Auto, bevor ich in Ruhe mein Stativ aufbaue, noch sieht es sowieso nicht nach einem schönen Sonnenuntergang auf.

      Ich packe mir das Stativ, den Rucksack, die Kamera und laufe zum Rim. Als ich die Kante erreiche und sich die Mondähnliche Ebene unter mir erstreckt bin ich erst einmal absolut sprachlos. Wow! Ich habe von den Bildern her einen schönen Overlook erwartet aber das, was ich hier sehe, flashed mich absolut. Das könnte der beeindruckenste Ausblick sein, den ich im Südwesten bisher zu Gesicht bekommen habe, so genau will ich mich da nicht festlegen. Wie aus einer anderen Welt - Ich persönlich finde den Namen "Moonscape Overlook" deutlich passender als Skyline View.



      Vor mir der atemberaubende Ausblick auf die Badlands, hinter mir die Factory Butte mit den Gewitterwolken, die die Sonne einfach nicht durchlassen wollen. Aber zwischen den dicksten Exemplaren und dem Horizont ist eine kleine Lücke, vielleicht schafft sie es ja gleich noch kurz.



      Ich habe den Eindruck, das das Pärchen absolut angepisst über meine Anwesenheit ist, als ich so durch die Gegend laufe und meine Fotos mache. Ich spreche die beiden höflich an, begrüße sie nett und sage, das sie sich ein schönes Plätzchen zum Campen ausgesucht haben.... und das ich in ein paar Minuten wieder verschwinde und sie dann wieder ihre Ruhe haben. Beide gucken mich an als hätte ich irgendwie Dreck im Gesicht, antworten nicht und drehen sich wieder um. Wow. Okay.

      Ich lasse mir die Stimmung nicht vermiesen, es gibt hier ja schließlich kein Exklusivrecht. Man kann doch froh sein, wenn sich nur eine weitere Person zu einem verirrt, die dann auch noch freundlich und rücksichtsvoll ist. Aber gut, man muss nicht alle Menschen verstehen. Widmen wir uns also lieber wieder den schönen Dingen des Lebens - dem Moonscape Overlook zum Beispiel. Ist das nicht beeindruckend?



      Hier sind die beiden Zicken übrigens... Ist ja ein schönes Foto für so ein Paar und freundlichen Menschen hätte ich natürlich angeboten es ihnen zuzuschicken. Selbst Schuld.



      Hier sind die beiden Autos, ansonsten ist hier nach wie vor tote Hose.



      Na, schafft die Sonne es noch?! Ganz hinten am Horizont ist ein Streifen angeleuchtet, aber leider nicht besonders viel.



      Direkt am Rim ist höchste Vorsicht geboten, es gibt keinerlei Absperrungen und es geht senkrecht nach unten, ohne Abstufungen. Der Fels ist teilweise porös, man sollte niemals auf einen Felsvorsprung, bzw. auf einen dieser Überhänge gehen und grundsätzlich eben nicht so nah an die Kante.

    • Tag 14 (23.05.2018): Gigantischer Sunset am Skyline View / Moonscape Overlook Teil 2

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      Und am Ende schafft die Sonne es tatsächlich durch die dicken Wolken und taucht die graue Mondlandschaft in ein warmes, rotes Licht. Einfach herrlich, die Kamera glüht und ich genieße nebenbei die tolle Aussicht in vollen Zügen.



      Und da ist sie, die Sonne, die jetzt in beiden Richtungen so richtig los legt! Ich weiß schon bald gar nicht mehr was ich tun soll und bin das Stativ wie eine Bekloppte am wenden... Factory Butte - Overlook - Factory Butte - Overlook - Factory Butte!



      Overlook!



      Factory Butte!



      Overlook!



      Factory Butte!



      That's it! Was für ein Finale, da hat die Sonne mal wieder in letzter Minute alles gegeben und mir ein unvergleichliches Spektakel geboten!



      Ich räume meine Sachen zusammen und mache mich zügig auf den Weg, damit ich noch vor der vollkommenen Dunkelheit wieder auf Asphalt unterwegs bin. Das gelingt mir auch ganz gut, doch kaum bin ich zurück auf der UT24 gibt es eine Fledermaus Invasion, ein gigantischer Schwarm fliegt genau auf meine Windschutzscheibe zu, dreht aber in letzter Sekunde ab. Darauf folgen direkt zwei Rehe, die todesmutig über die Straße hüpfen... Hier ist was los Da muss man echt langsam und vorsichtig fahren.

      Zurück im Zimmer lasse ich die Fotos überspielen, während ich schnell unter die Dusche springe. Das Licht geht heute mal nicht ganz so spät aus, aber das war ja auch wirklich ein extrem langer Tag mit vielen Eindrücken: Mesa Arch Sonnenaufgang - False Kiva - Grand View Point - Green River Overlook - Old UT24 - Goblin Valley - Factory Butte - Moonscape Overlook -> Japp, Müdigkeit erlaubt, schätze ich! Gute Nacht!

      Highlight des Tages: Sonnenuntergang am Moonscape Overlook, False Kiva

      Lowlight des Tages: Geschlossener Pool

      Wetter: 17°C im Canyonlands NP, 26°C im Goblin Valley, 28°C am Hotel

      Gelaufene km: 9,8 km

      Gefahrene km: 417 km
    • Hotel Check: Rodeway Inn Capitol Reef, Caineville

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      Das Rodeway Inn in Caineville ist das einzige Gebäude des Ortes und dementsprechend einsam ist es hier auch. Im Umkreis von 50 km gibt es keinen Supermarkt oder Restaurant, man sollte also vor dem Check In etwas gegessen haben oder etwas dabei haben, die Zimmer verfügen über Mikrowellen. Passend dazu werden in der Rezeption Mikrowellen Gerichte und Snacks angeboten, verhungern muss man im Notfall also nicht.

      Von außen sieht das Gebäude ein wenig schäbig aus, die Zimmer sind aber frisch renoviert und sehen super aus, außerdem war alles absolut sauber.



      Es gibt einen relativ großen Pool und einen Whirlpool, leider ist das Gelände nicht besonders einladend und die meisten Liegestühle waren kaputt. Ob das jetzt an der Jahreszeit lag und das der Pool bei uns das erste Mal für die Saison geöffnet wurde - Keine Ahnung, vielleicht sieht es im Sommer anders aus.



      Insgesamt ein nettes Motel für einen guten Preis. Wenn man aus Moab kommt und an dem Tag nicht mehr durch den Capitol Reef fahren möchte und / oder Torrey zu teuer ist, dem kann ich die Unterkunft empfehlen. Morgens gibt es ein durchschnittliches Frühstück, das im Preis enthalten ist.

      Preis pro Nacht: 80€
      Bewertung: 4/5
      Weiterempfehlung: Ja

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      lunchen schrieb:

      Das Rodeway Inn in Caineville ist das einzige Gebäude des Ortes und dementsprechend einsam ist es hier auch. Im Umkreis von 50 km gibt es keinen Supermarkt oder Restaurant,
      Nanana - da mus man aber widersprechen..... :schlingel:

      In Hanksville gibts beides und das ist 30 km weg!

      Ob das Hotel das einzige Haus ist weiss ich nicht, aber es gibt noch ein paar weitere Gebäude im Bereich der ehemaligen Town. :dontknow:

      Zurück zum Skyline Rim:
      Die Top-Location als Aussichtspunkt im südlichen Utah. Mit jeder Menge sehenswerter Punkte, denn der Rim ist ca 12 km lang. Aber zugegeben, der an dem Du warst ist einer der besten, wenn nicht überhaupt der beste. Lohnenswert ist es auch noch etwas weiter nördlich, wo die Coal Mine Road runter zum Muddy Creek zieht. Man taucht dort sozusagen in die gleiche Geologie wie unter dem Rim ein. Besonders gut ist es im Frühjahr, wenn es dort blüht. (Alles Pkw-tauglich, aber nur bei ganz trockenem Wetter!)




      Jedenfalls erinnet mich Deine Tour daran, dass es noch Bilder von einem Tag gibt, wo wir östlich der "Skyline Towers" unten in dem grauen Gebiet waren. Dort gibt es einen Trail, der bis zum Ufer des Muddy führt. Das Material muss ich aber erst noch bearbeiten.

      Eine Verbindung zwischen "unten" und "oben" existiert aber - wie Du schon sagst - nicht. Man muss zurück bis zur UT 24.

      Gruss
      Rolf
      Desert Drunk and Red Rock Crazy Stories aus dem amerikanischen Südwesten
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      burki schrieb:

      Tolle Bilder vom Overlook! So'n 10mm macht da echt was her...

      Danke! Auf jeden Fall, das ist echt toll. Jetzt muss ich nur noch dran denken das öfter dabei zu haben und nicht nur ab und zu mal, wenn ich zufällig dran denke :D
    • Tag 15 (24.05.2018): Morgen und Einfahrt in den Capitol Reef NP - Fruita School House

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      Halbzeit!

      Zumindest fast!

      Heute Mittag streng genommen!

      Heute können wir mal etwas länger im Bett bleiben, es ist kein Sonnenaufgang geplant. Wir sind in den letzten Tagen immer extrem früh aufgestanden und die nächsten Tage werden anstrengend - wer hätte das gedacht.

      Um 7 Uhr stehen wir auf, denn wir sind gewohnheitsgemäß mal wieder vor dem Wecker wach. Nachdem wir zusammen gepackt haben gehen wir zum Frühstück in die Lobby, leider ist es das Schlechteste bisher.



      Die Lobby ist allerdings ganz witzig, wer möchte kann die anderen Gäste hier mit seinen Klavierkünsten beim Frühstück begleiten... Ich sollte das wohl besser nicht tun, ich schätze, ein moderiertes Frühstück wäre angenehmer als das.



      Leider haben wir so gut wie kein Wasser mehr, irgendwie wird das zu 2. doch schneller leer als wir gedacht hatten, für den heutigen Tag reicht das jedenfalls nicht mehr so ganz. Wir wollen in der Lobby noch ein paar Falschen erwerben, reduzieren das aber auf sechs Stück, als wir den Preis von einem Dollar pro Liter lesen. Das muss jetzt erst einmal reichen und heute Abend gehen wir vernünftig einkaufen, aber hier ist ja nichts.

      Bald sind wir startklar und rollen das Auto in den Capitol Reef National Park, der quasi gefühlt einen Kilometer hinter dem Hotel anfängt. Dieser Park ist - genau wie der Canyonlands NP - absolutes Neuland für mich und ich bin besonders gespannt auf heute. Von den Bildern her hat mich der Park nämlich nie besonders begeistert und immer wieder habe ich gelesen "Den Capitol Reef muss man erwandern"... Dann tun wir das doch mal, nicht wahr?

      Das erste Ziel um 9 Uhr ist allerdings das Fruita School House, ein altes Schulhaus, an dem wir sowieso vorbei kommen. Leider kann man aktuell nicht rein, wenn man Glück hat ist es wohl geöffnet. Auch so ist es allerdings sehr interessant, ich finde innen ist mehr Platz als man zunächst denken würde.



      Schön grün ist es hier!



      Jetzt wollen wir eigentlich zum Trailhead fahren und wandern gehen, aber ich glaube wir müssen noch einen Zwischenstop einlegen. Der Tank ist jetzt in etwa noch halb voll und von den Meilen her müsste das später reichen, allerdings will ich auch ungerne auf einer Dirt Road liegen bleiben und inzwischen habe ich gelernt (und bemerkt), das unbefestigte Straßen deutlich mehr Sprit brauchen als Asphalt... Ich gehe also lieber auf Nummer sicher, also fahren wir am anderen Ende des Parks wieder raus nach Torrey und tanken erst einmal voll. Danach machen wir uns sofort auf den Rückweg und legen einen ungeplanten Stop am Visitor Center ein...



      Es gibt hier richtig, richtig hässliche Weihnachtskugeln. Jetzt nicht kitschig hässlich (das lasse ich ja noch durchgehen), sondern wirklich hässlich und richtig schlecht verarbeitet... Und aus Plastik. Nee, die bleiben mal schön da, wo sie sind. Wir hingegen fahren jetzt mal zur Fruita Barn und suchen uns einen Parkplatz für die erste Wanderung des heutigen Tages.
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      lunchen schrieb:

      inzwischen habe ich gelernt (und bemerkt), das unbefestigte Straßen deutlich mehr Sprit brauchen als Asphalt...
      :super: Korrekt,

      besonders wenn es kein wirklich geländetaugliches Gerät - z.B. Jeep Wrangler - ist. So kann sich der Verbrauch mal glatt verdoppeln.

      Beim Jeep kommt mal im allgemeinen trotzdem meistens mit 12-13/Liter off pavement aus. In den 1990ern mit Ford Explorer konnte dessen Verbrauch auf das 2-3fache steigen, wenn man nicht auf Teer fuhr. Da hatten wir immer Reservesprit an Bord. Mit den Jeeps ist das eigentlich kaum noch nötig.

      Gruss
      Rolf
      Desert Drunk and Red Rock Crazy Stories aus dem amerikanischen Südwesten